- Projektreport - Elektrohängebahn Frankfurt
Wartung Elektrohängebahn Frankfurt
- Frankfurt
Grundüberholung einer Elektrohängebahn:
Rund 100 Weichen im Wochenendstillstand instand gesetzt
Elektrohängebahnen übernehmen in vielen Produktionsbetrieben zentrale Transportaufgaben. Fällt eine solche Anlage aus, kann das direkte Auswirkungen auf ganze Produktionsbereiche haben. Umso wichtiger ist eine regelmäßige und vorausschauende Wartung – insbesondere dann, wenn eine Förderanlage bereits seit mehreren Jahrzehnten im täglichen Einsatz ist.
Bei diesem Projekt unterstützten wir einen produzierenden Industriebetrieb in Hessen bei der umfassenden Wartung einer rund 30 Jahre alten Elektrohängebahn. Im Mittelpunkt standen etwa 100 Weichen in zwei Betriebsbereichen, die innerhalb mehrerer geplanter Wochenendstillstände überprüft, priorisiert und schrittweise instand gesetzt wurden.
Anlagen
100 Stück
Standort
Frankfurt
Montageteam
4 Techniker pro Wochenende
Leistung
Wartung & Instandhaltung
Warum war eine umfassende Wartung der Elektrohängebahn notwendig?
Die betriebseigene Instandhaltung hatte die Anlage über viele Jahre zuverlässig am Laufen gehalten. Im laufenden Produktionsbetrieb blieb jedoch meist nur Zeit für unmittelbar notwendige Reparaturen.
Größere Demontagen oder eine vollständige Überarbeitung einzelner Weichen waren während der regulären Produktionszeiten kaum möglich.
So hatten sich über die Jahre zahlreiche Verschleißerscheinungen aufgebaut. Auf den Detailaufnahmen waren unter anderem stark eingelaufene Fahrflächen, tiefe Laufspuren, beschädigte Rollen und mechanisch beanspruchte Schienenbereiche zu erkennen.
Hinzu kamen Weichen, die aufgrund beschädigter oder abgerissener Bauteile bereits mechanisch außer Betrieb genommen worden waren.
Welche Schäden wurden an der Elektrohängebahn festgestellt?
Bei der Bestandsaufnahme zeigten sich typische Schäden einer über Jahrzehnte intensiv genutzten Förderanlage.
Mehrere Laufrollen und Führungsrollen waren stark abgefahren, teilweise beschädigt oder bereits abgerissen. An verschiedenen Fahrschienen hatten sich die Rollen sichtbar in die Laufbereiche eingearbeitet. Dadurch entstanden Vertiefungen und ungleichmäßige Fahrflächen.
Zusätzlich waren Schienenübergänge teilweise nicht mehr exakt in der Flucht. An einzelnen Bauteilen zeigten sich beschädigte Halterungen, mechanische Ausbrüche und bereits stark beanspruchte Befestigungspunkte.
Auch die elektrischen Kontaktbereiche der Anlage waren von den mechanischen Problemen betroffen. Wenn Fahrzeuge und Stromabnehmer nicht mehr sauber durch die Schienen geführt werden, kann dies zu erhöhtem Verschleiß an Schleifern, Antriebsrollen und Datenbuskontakten führen.
- Mögliche Folgen sind:
- beschädigte oder abgerissene Stromschleifer
- erhöhter Verschleiß an den Antriebsrollen der EHB-Fahrzeuge
- unruhiger Lauf an Schienenübergängen
- fehlerhafte oder unterbrochene Datenübertragung
- wiederkehrende Störungen im Produktionsbetrieb
Die einzelnen Schäden waren somit nicht isoliert zu betrachten. Eine verschlissene oder falsch eingestellte Weiche kann langfristig weitere Komponenten der Elektrohängebahn beschädigen.
Wie wurden rund 100 EHB-Weichen erfasst und priorisiert?
Bevor die eigentlichen Reparaturarbeiten beginnen konnten, führten wir eine vollständige Durchsicht der vorhandenen Weichen durch.
Der Zustand jeder Weiche wurde dokumentiert und anhand der festgestellten Schäden bewertet. Auf dieser Grundlage konnten gemeinsam mit dem Kunden die benötigten Ersatzteile, der Arbeitsumfang und die Reihenfolge der Instandsetzung festgelegt werden.
Daraus entstand eine konkrete Prioritäten- und Einsatzplanung. Weichen mit starken Beschädigungen oder einer hohen Bedeutung für den Produktionsablauf wurden zuerst berücksichtigt.
Die benötigten Laufrollen, Führungsrollen, Weichenschuhe und weiteren Ersatzteile wurden vor dem jeweiligen Einsatz vorbereitet und den einzelnen Arbeitsbereichen zugeordnet. Dadurch konnten die verfügbaren Stillstandszeiten möglichst effizient genutzt werden.
Warum standen für die Arbeiten nur 36 Stunden zur Verfügung?
Wartung am Wochenende
Die Elektrohängebahn ist direkt in den Produktionsprozess eingebunden. Eine Abschaltung war deshalb nur außerhalb der regulären Produktionszeiten möglich.
Zwischen dem Produktionsende am Samstag und dem geplanten Wiederanlauf am Montag stand teilweise nur ein Zeitfenster von rund 36 Stunden zur Verfügung.
In dieser Zeit mussten die Arbeitsbereiche eingerichtet, die Weichen demontiert, Ersatzteile gewechselt, Einstellungen vorgenommen und sämtliche Funktionen überprüft werden. Anschließend musste die Anlage wieder rechtzeitig für die Produktion bereitstehen.
Solche Arbeiten unter hohem Zeitdruck erfordern eine genaue Vorbereitung, ausreichend Personal und eine klare Aufgabenverteilung. Gerade auf zeitkritische Industrieeinsätze während Wochenend-, Nacht- und Produktionsstillständen ist Omega Mounting spezialisiert.
Welche Arbeiten wurden an den Elektrohängebahn-Weichen durchgeführt?
Der Arbeitsumfang unterschied sich je nach Zustand der jeweiligen Weiche. Zu den wichtigsten Leistungen gehörten der Austausch verschlissener Laufrollen und Führungsrollen sowie die vollständige mechanische Überarbeitung stark beanspruchter Weichen.
Besonders aufwendig war der Austausch der innenliegenden Laufrollen. Diese sind im eingebauten Zustand nicht ohne Weiteres zugänglich. Für den Wechsel musste die jeweilige Weiche teilweise vollständig zerlegt werden.
Genau hier zeigt sich, warum solche Arbeiten von der betriebseigenen Instandhaltung nicht kurzfristig während der laufenden Produktion erledigt werden können.
- Darüber hinaus führten wir folgende Arbeiten durch:
- Austausch seitlicher Führungsrollen
- Wechsel innenliegender Laufrollen
- Austausch und Einstellung der Weichenschuhe
- Austausch und Justierung der Weichenbolzen
- Ausrichtung nicht fluchtender Schienenübergänge
- Einstellung der mechanischen und elektrischen Endlagen
- Prüfung der Weichenmotoren und Endschalter
- Kontrolle der Strom- und Datenkontaktbereiche
- Wiederinbetriebnahme mechanisch stillgelegter Weichen
- Schweißarbeiten an abgerissenen Haltern und beschädigten Aufnahmen
Wie wurden eingelaufene Fahrschienen instand gesetzt?
Ein besonderes Problem waren die über Jahrzehnte eingelaufenen Bereiche der Fahrschienen. Durch die wiederkehrenden Bewegungen der Rollen hatten sich an den Endpositionen einzelner Weichen deutliche Laufspuren und Vertiefungen gebildet.
Ein vollständiger Austausch der gesamten Schienenbereiche wäre mit einem erheblich größeren Aufwand verbunden gewesen. Deshalb wurden die betreffenden Fahrschienen, wo technisch möglich, um mehrere Zentimeter versetzt.
Dadurch konnten die Endlagen der Weichen auf einen weniger verschlissenen Bereich der vorhandenen Schiene verlegt werden. Anschließend wurden die Endlagen, Weichenschuhe und Übergänge erneut exakt eingestellt.
Diese Lösung ermöglichte eine wirtschaftliche Instandsetzung, ohne unnötig große Teile der bestehenden Anlage austauschen zu müssen.
Wie wurden stillgelegte Weichen wieder in Betrieb genommen?
Einzelne Weichen waren aufgrund abgerissener Bauteile bereits mechanisch stillgelegt worden. Im Rahmen der Instandsetzung wurden die beschädigten Bereiche freigelegt, vorbereitet und fachgerecht repariert.
Abgerissene Halterungen und Aufnahmen wurden neu positioniert und verschweißt. Anschließend erfolgten die Montage der mechanischen Komponenten, die Einstellung der Bewegungsabläufe und die elektrische Funktionsprüfung.
So konnten zuvor außer Betrieb genommene Weichen wieder vollständig in die Anlage integriert werden.
Arbeiten in der Höhe & auf engem Raum
Die Weichen der Elektrohängebahn befinden sich oberhalb der Produktions- und Verkehrsbereiche. Für die Arbeiten kamen deshalb unter anderem mobile Arbeitsgerüste, Leitern und zusätzliche Arbeitsbeleuchtung zum Einsatz.
Die Fotos zeigen, dass mehrere Monteure gleichzeitig an einzelnen Weichen arbeiteten. Während ein Teil des Teams die Bauteile demontierte und sicherte, konnten weitere Mitarbeiter Ersatzteile vorbereiten, Einstellungen vornehmen oder die nachfolgenden Arbeitsschritte koordinieren.
Diese parallele Arbeitsweise war entscheidend, um innerhalb des kurzen Stillstands möglichst viele Weichen vollständig bearbeiten zu können.
Welchen Vorteil bietet eine geplante Grundüberholung?
Durch eine systematische Überarbeitung lassen sich nicht nur akute Störungen beseitigen. Gleichzeitig können Folgeschäden an Fahrzeugen, Antrieben, Stromabnehmern und Datenkontakten reduziert werden.
- Eine geplante Instandsetzung bietet unter anderem:
- höhere Anlagenverfügbarkeit
- weniger ungeplante Produktionsunterbrechungen
- geringeren Verschleiß an EHB-Fahrzeugen
- zuverlässigere Strom- und Datenübertragung
- längere Lebensdauer der bestehenden Anlage
- bessere Planbarkeit zukünftiger Wartungsarbeiten
Gerade bei älteren Elektrohängebahnen ist nicht zwangsläufig ein vollständiger Austausch erforderlich. Mit einer fachgerechten Bestandsaufnahme, gezielten Reparaturen und einer klaren Priorisierung können viele Anlagen wirtschaftlich weiterbetrieben werden.
Wartung von Elektrohängebahnen während geplanter Produktionsstillstände
Omega Mounting unterstützt Industrieunternehmen bei der Wartung, Reparatur und mechanischen Instandsetzung von Elektrohängebahnen und anderen Förderanlagen.
Unsere Leistungen reichen von der Bestandsaufnahme und Dokumentation über die Ersatzteil- und Einsatzplanung bis zur mechanischen Reparatur, Schweißarbeit, elektrischen Prüfung und anschließenden Wiederinbetriebnahme.
Auch bei kurzen Zeitfenstern, Wochenendarbeiten oder zeitkritischen Produktionsstillständen stellen wir erfahrene Montageteams für die geplante Umsetzung bereit.
Ihre Elektrohängebahn weist Verschleiß auf oder verursacht zunehmend Störungen? Sprechen Sie uns an. Gemeinsam erarbeiten wir ein Wartungs- und Instandsetzungskonzept, das zu Ihrer Anlage und Ihren Produktionszeiten passt.