Sonderanfertigung im Metallbau mit Montage: Werkstatt oder Katalog?

Von Tobias Schott  ·  Lesezeit ca. 23 Minuten  ·  Stand: Oktober 2026

Roh geschweißter Rammschutz aus 80x80-Stahlrohr auf verankertem Stahlwinkel
Ein Rammschutz nach Maß, roh geschweißt in unserer Werkstatt in Rodgau – vor Grundierung und Signalfarbe.

Eine Sonderanfertigung im Metallbau ist die bessere Antwort, wenn Geometrie, Last, Anschluss an die Bestandsanlage oder Lieferzeit von dem abweichen, wofür ein Standardbauteil gebaut wurde – in allen anderen Fällen ist das geprüfte Katalogteil schneller und günstiger.

Die Konsole passt nicht, weil die neue Anlage andere Bohrbilder hat als die alte. Der Rammschutz aus dem Katalog hält dem Staplerverkehr nicht stand. Das Ersatzteil für die Anlage aus den Neunzigern führt kein Hersteller mehr. Die Ölwanne müsste genau um ein Betonfundament passen, das es so nur einmal gibt. Wer in Instandhaltung, Planung oder Einkauf arbeitet, kennt diese Momente – und steht dann vor der Frage, ob eine Sonderanfertigung im Metallbau mit Montage aus einer Hand die bessere Antwort ist als die Suche nach dem passenden Standardteil.

Die Frage ist nicht trivial. Standardbauteile haben Vorteile, die eine Werkstatt nicht schlagen kann: geprüfte Lastannahmen, Dokumentation, Verfügbarkeit ab Lager, Austauschbarkeit. Sonderanfertigungen haben Vorteile, die kein Katalog bietet: Sie passen zur Anlage, nicht die Anlage zu ihnen, sie tragen die Last, die tatsächlich auftritt, und sie sind oft schneller da als ein Teil mit Lieferzeit.

Dieser Ratgeber liefert die Entscheidungslogik: welche fünf Fragen die Entscheidung tragen, wie der Weg von Aufmaß über Fertigung bis Montage im Betrieb aussieht, welche Werkstoffe und Oberflächen zur Wahl stehen, wo die Grenzen liegen und wie Sie eine Einzelanfertigung so anfragen und ausschreiben, dass kein Nachtrag entsteht. Er vertieft unseren Grundlagenartikel zum Leistungsverzeichnis für Montage und Einbringung, denn die Sonderanfertigung ist dort die Position, die am häufigsten fehlt.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist eine Sonderanfertigung im Metallbau?

Eine Sonderanfertigung im Metallbau ist ein Bauteil oder eine Konstruktion aus Stahl, nichtrostendem Stahl oder Aluminium, die als Einzelstück nach Aufmaß, Skizze oder Zeichnung für eine konkrete Einbausituation gefertigt wird – im Unterschied zum Standardbauteil, das in Serie für einen typischen Anwendungsfall hergestellt wird. Typische Sonderanfertigungen in der Industrie sind Konsolen, Halterungen, Adapterplatten, Zwischenrahmen, Rammschutz und Anfahrschutz, Auffangwannen, Vorrichtungen, Hilfskonstruktionen für die Montage, Geländer und kleine Bühnen sowie Ersatzteile wie Bolzen, Buchsen, Achsen und Hebel.

Von der Reparatur unterscheidet sich die Sonderanfertigung dadurch, dass etwas Neues entsteht, das vorher nicht da war – während die Reparatur ein vorhandenes Teil wieder funktionsfähig macht, etwa durch Reparaturschweißen. In der Praxis gehen beide ineinander über: Eine gerissene Konsole wird nicht geschweißt, sondern durch eine verstärkte Neuanfertigung ersetzt; eine verschlissene Welle wird mit einem nachgefertigten Rohrsegment instand gesetzt.

Vom Standardbauteil unterscheidet sich die Sonderanfertigung durch Losgröße eins und durch die Passung zur Anlage: Das Katalogteil bringt seine Maße mit, die Sonderanfertigung übernimmt die Maße der Anlage. Deshalb beginnt jede Sonderanfertigung mit dem Aufmaß und nicht mit dem Datenblatt.

Vom Stahlbau im Sinne des Bauwesens unterscheidet sie sich durch den Gegenstand: Sie ist Betriebsausstattung, Maschinenanbau oder Vorrichtung, kein tragendes Bauteil eines Gebäudes – für das die DIN EN 1090 gilt, dazu unten mehr.

Standardbauteil oder Sonderanfertigung: Welche fünf Fragen entscheiden?

Erklärgrafik: Sonderanfertigung Metallbau Montage – fünf Entscheidungsfragen zu Geometrie, Beanspruchung, Anschluss an den Bestand, Lieferzeit und Verfügbarkeit eines Standardbauteils
Fünf Fragen entscheiden, ob Katalogware reicht oder die Werkstatt die bessere Antwort ist: Wer alle mit Ja beantwortet, kauft – wer einmal Nein sagt, lässt fertigen. Grafik: Omega Mounting

Fünf Fragen entscheiden, ob ein Standardbauteil reicht oder die Werkstatt die bessere Antwort ist: Passt die Geometrie, ist die Beanspruchung bekannt und vom Standard abgedeckt, lässt sich das Teil an die Bestandsanlage anschließen, ist es rechtzeitig lieferbar – und gibt es überhaupt noch ein Standardteil? Wer alle fünf mit Ja beantwortet, kauft. Wer einmal Nein sagt, lässt fertigen.

Frage 1: Passt die Geometrie?

Standardbauteile haben feste Maße und Bohrbilder. Passt das Teil ohne Nacharbeit – ohne Langlöcher aufzufeilen, Distanzbleche zu improvisieren oder die Anlage zu versetzen – ist es die richtige Wahl. Sobald mehrere Anpassungen nötig werden, ist die Sonderanfertigung nach Aufmaß meist sauberer und schneller.

Frage 2: Ist die Beanspruchung abgedeckt?

Ein Katalogrammschutz ist für einen typischen Anfahrstoß ausgelegt. Fährt der Stapler mit Gitterbox im Minutentakt und hoher Geschwindigkeit an derselben Ecke vorbei, liegt die tatsächliche Beanspruchung außerhalb dessen, wofür das Standardteil gebaut wurde. Dann hilft nur eine Konstruktion, die für Tempo, Taktung und Last dimensioniert ist – mit Wandstärke, Profil und Verankerung, die zur Situation passen.

Frage 3: Lässt sich das Teil an den Bestand anschließen?

Bestandsanlagen haben Bohrbilder, Flansche, Schienen und Fundamente, die sich nicht ändern lassen. Eine Adapterplatte zwischen neuem Aggregat und altem Fundament, ein Zwischenrahmen zwischen Austauschmotor und vorhandener Konsole, eine Wanne, die genau um ein Fundament läuft – das gibt es nicht im Katalog, weil es die Situation nur einmal gibt.

Frage 4: Ist das Teil rechtzeitig lieferbar?

Wenn das Standardteil Wochen Lieferzeit hat und die Anlage steht, ist eine Sonderanfertigung aus der Werkstatt in Tagen oder Stunden die wirtschaftlichere Lösung – nicht weil sie billiger wäre, sondern weil sie den Stillstand verkürzt. Bei planbaren Maßnahmen dreht sich das Argument um: Dann ist die Lieferzeit kein Problem, und das Katalogteil gewinnt.

Frage 5: Gibt es noch ein Standardteil?

Bei Anlagen, deren Hersteller nicht mehr existiert oder die Baureihe nicht mehr führt, gibt es kein Standardteil mehr. Obsoleszenz – die Nichtverfügbarkeit von Ersatzteilen – macht aus Instandhaltung Fertigung: Nachbau nach Muster oder Zeichnung ist dann der einzige Weg, die Anlage am Laufen zu halten.

KriteriumStandardbauteilSonderanfertigung
Geometriefeste Maße, Bohrbilder, Höhennach Aufmaß der Anlage
Lastannahmefür typischen Fall geprüft und dokumentiertfür die tatsächliche Beanspruchung dimensioniert
Anschluss an Bestandnur bei passenden SchnittstellenAdapter, Zwischenrahmen, Passstücke inklusive
Verfügbarkeitab Lager oder mit LieferzeitFertigungszeit in der Werkstatt, oft Tage
DokumentationDatenblatt, Prüfzeugnis des HerstellersSkizze/Zeichnung, Werkstoffnachweis, Montageprotokoll
Austauschbarkeitjederzeit nachbestellbarnach Zeichnung nachfertigbar
Typischer FallNeuanlage, Standardsituation, planbare BeschaffungBestand, Störfall, Obsoleszenz, Sonderlast
Schlosser bohrt das Loading Dock mit der Magnetbohrmaschine für den Rammschutz vor
Anpassung vor Ort an der bestehenden Anlage – Vorbohren mit der Magnetbohrmaschine am Loading Dock.

Wie läuft eine Sonderanfertigung im Metallbau vom Aufmaß bis zur Montage?

Eine Sonderanfertigung im Metallbau läuft in sechs Schritten: Aufmaß vor Ort, Skizze oder Zeichnung, Festlegung von Werkstoff und Oberfläche, Fertigung in der Werkstatt oder Anpassung vor Ort, Montage im Betrieb und Dokumentation. Wer diese Schritte in einer Hand hält, vermeidet die Schnittstelle, an der die meisten Sonderanfertigungen scheitern: zwischen dem, der misst, dem, der fertigt, und dem, der einbaut.

Schritt 1: Das Aufmaß

Das Aufmaß ist die Vermessung der Einbausituation vor Ort – mit Maßband, Laser, Schablone oder Abdruck. Es erfasst nicht nur das Teil, sondern seine Umgebung: Störkanten, Bodenunebenheiten, vorhandene Bohrungen, Medienleitungen, Fahrwege, Toleranzen der Bestandsanlage. Ein Aufmaß durch den Kunden ist möglich, aber die häufigste Fehlerquelle: fehlende Bezugskante, vergessene Störkante, Maß ohne Toleranz. Unsere Erfahrung: Wer fertigt, sollte auch messen.

Schritt 2: Skizze oder Zeichnung

Nicht jede Sonderanfertigung braucht eine CAD-Zeichnung. Eine bemaßte Handskizze reicht für Konsolen, Halterungen und einfache Rahmen; eine Zeichnung mit Toleranzen braucht es, wenn Passungen eine Rolle spielen – bei Bolzen, Buchsen, Adapterplatten mit Bohrbildern –, wenn das Teil später nachgefertigt werden soll oder wenn der Kunde eine Freigabe vor Fertigung wünscht.

Schritt 3: Werkstoff und Oberfläche

Werkstoff und Oberfläche folgen aus Beanspruchung und Umgebung – dazu der nächste Abschnitt.

Schritt 4: Fertigung – in der Werkstatt oder vor Ort

Was in der Werkstatt gefertigt werden kann, wird dort gefertigt: Zuschnitt, Schweißen, Bohren, Fräsen, Drehen, Beschichten – unter kontrollierten Bedingungen, mit Absaugung und ohne Brandschutzauflagen des Betriebs. Was an die Bestandsanlage angepasst werden muss, wird vor Ort angepasst: Bohren mit der Magnetbohrmaschine am vorhandenen Stahl, Gewindeschneiden, Einschweißen von Ecken. Die Entscheidung hängt davon ab, wie viel das Bauteil von der Anlage „abnehmen“ muss – je mehr Anschlussmaße, desto mehr Arbeit vor Ort.

Schritt 5: Montage im Betrieb

Montage und Nachrüstung im laufenden Betrieb folgen den Regeln jeder Arbeit im Bestand: Freigabe durch den Betreiber, Absperrung des Arbeitsbereichs, bei Schweiß- oder Trennarbeiten Erlaubnisschein für Heißarbeiten (Permit to Work) mit Brandwache, Verankerung mit Schwerlast- oder Verbundankern nach Herstellervorgabe, Sichtprüfung und Freimeldung. Im Rechenzentrum kommt das Verbot von Schleif- und Schweißarbeiten in der Datenhalle hinzu – dort wird in der Werkstatt vorgefertigt und auf den Technikflächen (Grayspace) nur noch verschraubt. Was beim Reparaturschweißen im Betrieb zu beachten ist, beschreibt unser Ratgeber zum Reparaturschweißen an Industrieanlagen – für Sonderanfertigungen gilt dasselbe.

Staubarm anpassen und verankern

Trennschleifen, Schleifen und das Bohren von Ankerlöchern sind die staubintensivsten Schritte einer Montage vor Ort: Winkelschleifer und Bohrmaschinen gehören zu den handgeführten Maschinen mit starkem Staubemissionsverhalten, und beim Bohren in Beton oder Mauerwerk entsteht Mischstaub mit Quarzfeinstaub, der als krebserzeugend eingestuft ist – so der BG BAU/BAuA-Baustein „Baustelleneinrichtung – Staubarmes Arbeiten“. Die Maßnahmen folgen dem STOP-Prinzip – und die wirksamste Substitution ist die Vorfertigung in der Werkstatt, wo mit Absaugung geschweißt und geschliffen wird. Was vor Ort bleibt, läuft technisch gesichert: Bohrhammer mit Absaugung am Bohrer, Entstauber der Staubklasse M, bei Trennarbeiten an Beton Nassverfahren, in geschlossenen Räumen Luftreiniger mit Abluftfilterung und Frischluftzufuhr. Trockenes Kehren oder Abblasen von Staubablagerungen mit Druckluft ist nach Gefahrstoffverordnung nicht zulässig; gereinigt wird saugend oder feucht.

Schritt 6: Dokumentation

Skizze oder Zeichnung, Werkstoffangabe, Beschichtungsaufbau, Verankerung, Fotodokumentation, Montageprotokoll. Für Ersatzteile zusätzlich die Maße in einer Form, in der das Teil beim nächsten Mal ohne Aufmaß nachgefertigt werden kann.

Welche Werkstoffe und Oberflächen kommen in Frage?

Werkstoff und Oberfläche einer Sonderanfertigung folgen aus Beanspruchung, Umgebung und Sichtbarkeit: Baustahl mit Beschichtung für die meisten Industrieanwendungen, nichtrostender Stahl für Lebensmittel, Nässe und Chemie, Aluminium, wo Gewicht zählt – und eine Oberfläche, die Korrosionsschutz und Sichtbarkeit so lange gewährleistet, wie das Teil im Einsatz ist.

Werkstoffe

Oberflächen

Zur Oberfläche gehört auch die Vorbereitung: Schweißnähte werden verschliffen, Kanten gebrochen, Zunder entfernt. Eine Beschichtung auf ungeschliffener Naht hält nicht – und an einer Auffangwanne ist die verschliffene, grundierte und lackierte Naht zugleich die Dichtebene.

Grundierter Rammschutz – Korrosionsschutz vor dem Signalgelb-Decklack
Erst Grundierung, dann Signalfarbe – die Oberfläche entscheidet über Korrosionsschutz und Sichtbarkeit.
Frisch verschweißte Ecke der Ölwanne am Betonfundament des Prüfstands
Eine umlaufende Ölwanne, vor Ort am Betonfundament dicht verschweißt – ein Kaufteil hätte hier nicht gepasst.

Wann wird aus Instandhaltung Fertigung?

Aus Instandhaltung wird Fertigung, wenn ein Teil ersetzt werden muss, das es nicht mehr zu kaufen gibt – oder das es nie gab, weil die Anlage im Laufe ihres Lebens umgebaut wurde. Für Instandhaltungsleiter ist das der häufigste Grund, eine Werkstatt zu brauchen: nicht für den großen Umbau, sondern für den Bolzen, die Buchse, die Konsole, ohne die die Anlage steht.

Nachbau nach Muster

Liegt das Altteil vor, wird es vermessen und nachgefertigt – mit Blick auf die Ursache des Verschleißes: Ein Bolzen, der eingelaufen ist, wird im selben Maß gefertigt, aber gegebenenfalls aus einem verschleißfesteren Werkstoff oder mit einer anderen Buchsenpaarung. Reverse Engineering, die Rückgewinnung der Fertigungsmaße aus dem Bauteil, ersetzt die fehlende Zeichnung. Wie das bei Fördertechnik aussieht, zeigt unser Ratgeber zum Verschleiß an Elektrohängebahnen am Beispiel von Bolzen und Buchsen.

Nachbau mit Verbesserung

Instandhaltung nach DIN 31051 kennt neben Wartung, Inspektion und Instandsetzung die Verbesserung – die Steigerung der Zuverlässigkeit ohne Änderung der Funktion. Die Sonderanfertigung ist das Werkzeug dafür: Die Konsole, die zweimal gerissen ist, bekommt beim dritten Mal eine Verstärkungsrippe; der Rammschutz, der verbogen wurde, bekommt eine Bodenschiene, die die Kräfte in den Boden statt in die Anlage leitet.

Wesentliche Veränderung vermeiden

Eine Grenze ist zu beachten: Wer ein Bauteil so ändert, dass sich Funktion, Sicherheit oder Leistung der Maschine ändern, kann eine wesentliche Veränderung im Sinne des Produktsicherheitsrechts auslösen – mit neuen Pflichten des Betreibers. Ein maßgleicher Nachbau oder eine Verstärkung ohne Funktionsänderung ist das in der Regel nicht; ein Umbau, der Schutzeinrichtungen berührt oder die Nutzung erweitert, kann es sein. Im Zweifel klären wir das vor der Fertigung mit Ihnen und dokumentieren die Entscheidung.

Wo liegen die Grenzen der Sonderanfertigung?

Erklärgrafik: Sonderanfertigung Metallbau Montage – die drei Grenzen tragende Bauwerksteile nach DIN EN 1090, Bauteile mit Baumusterprüfung nach TRBS 1201 und das bessere Standardteil
Tragende Bauwerksteile, geprüfte Sicherheitsbauteile und der Fall, in dem das Katalogteil schlicht besser ist – drei Grenzen, die eine ehrliche Werkstatt vor dem Angebot nennt. Grafik: Omega Mounting

Die Sonderanfertigung hat drei Grenzen: tragende Bauteile eines Bauwerks, Bauteile mit gesetzlicher Baumusterprüfung und Fälle, in denen das Standardteil schlicht besser ist.

Tragende Bauwerksteile: Stützen, Träger, Kranbahnen, Bühnen, die Teil des Gebäudes werden, fallen unter die DIN EN 1090 „Ausführung von Stahltragwerken und Aluminiumtragwerken“ und müssen von einem dafür zertifizierten Hersteller mit entsprechender Ausführungsklasse geliefert werden. Betriebsausstattung, Vorrichtungen, Konsolen an Maschinen und Schutzkonstruktionen sind davon in der Regel nicht betroffen. Wo die Grenze im Einzelfall liegt, klären wir vor dem Angebot – und sagen Ihnen offen, wenn eine Anfertigung in einen dafür zertifizierten Stahlbaubetrieb gehört.

Bauteile mit Baumusterprüfung: Lastaufnahmemittel, Anschlagmittel, Anschlageinrichtungen für Personen, Druckgeräte und Sicherheitsbauteile unterliegen eigenen Normen und Prüfpflichten. Eine Traverse als Sonderanfertigung ist möglich, braucht aber Berechnung, Kennzeichnung und Prüfung – nach der Technischen Regel für Betriebssicherheit TRBS 1201 (Prüfungen von Arbeitsmitteln) vor der ersten Verwendung durch eine zur Prüfung befähigte Person und danach wiederkehrend, bei Lastaufnahmemitteln jährlich. Für Sie heißt das: Ein gefertigtes Teil, das Lasten hebt oder trägt, geht erst mit Prüfaufzeichnung in den Einsatz. Ein improvisierter Anschlagpunkt für Personen ist tabu.

Das bessere Standardteil: Eine Werkstatt, die ein Katalogteil nachbaut, das passt und lieferbar ist, verschwendet Ihr Geld. Die richtige Antwort auf eine Anfrage ist deshalb manchmal: „Kaufen Sie das Teil, wir montieren es.“

Wie fragen Sie eine Sonderanfertigung an und schreiben sie aus?

Übersicht: Sonderanfertigung Metallbau Montage – sieben Angaben für Anfrage und Leistungsverzeichnis von der Einbausituation über Beanspruchung und Schnittstellen bis zu Montagebedingungen und Dokumentation
Sieben Angaben, mit denen jeder Bieter dieselbe Leistung kalkuliert – und die Sonderanfertigung nicht zum Nachtrag wird. Grafik: Omega Mounting

Eine Sonderanfertigung wird so angefragt und ausgeschrieben, dass der Bieter die Einbausituation, die Beanspruchung, die Schnittstellen und die Montagebedingungen kennt – dann kalkuliert jeder dieselbe Leistung, und es entsteht kein Nachtrag. Im Leistungsverzeichnis gehört sie als eigene Position mit Aufmaß, Konstruktion, Fertigung, Oberfläche, Lieferung und Montage beschrieben, nicht als Bedarfsposition „Kleinteile nach Aufwand“.

Was in die Anfrage gehört:

Bei der Vergabe lohnt sich die Frage nach der Werkstatt: Fertigt der Bieter selbst oder kauft er zu? Wer selbst fertigt, kann im Störfall nachbessern, kann Maße am Teil ändern, wenn sich beim Einbau etwas zeigt, und braucht keine zweite Firma für die Montage. Warum räumliche Nähe zur Werkstatt im Störfall zählt, erklärt unser Ratgeber über den Montagebetrieb im Rhein-Main-Gebiet.

Wie kommt die Sonderanfertigung sicher auf die Baustelle?

Erklärgrafik: Sonderanfertigung Metallbau Montage – Checkliste für Anlieferung, Zwischenlagerung, Vertrag und Vormontagefläche sowie Anfahrschutz, damit das gefertigte Bauteil sicher auf die Baustelle kommt
Anlieferung, Zwischenlagerung und Schutz des Bauteils werden vor dem Einbau geplant – am besten so, dass gar nicht gelagert wird: Der Rahmen wird in der Werkstatt fertig und kommt mit dem Montageteam. Grafik: Omega Mounting

Eine Sonderanfertigung kommt sicher auf die Baustelle, wenn Anlieferung, Zwischenlagerung und Schutz des Bauteils vor dem Einbau geplant sind – am besten ohne Zwischenlagerung. Der BG BAU/BAuA-Baustein „Baustelleneinrichtung – Verkehrsflächen, Transportwege, Lagerflächen und Stellflächen“ empfiehlt, Zwischenlagerungen besonders bei beengten Platzverhältnissen zu vermeiden und Lagerflächen im Schwenkbereich des Krans und im Anlieferbereich anzuordnen. Eine Werkstatt in der Nähe macht das möglich: Der Rahmen wird in Rodgau fertig und kommt mit dem Montageteam zur Einbaustelle.

Muss doch gelagert werden, gelten die Regeln des Bausteins: stehend gelagerte Rahmen und Bleche gegen Kippen sichern, alle Teile gegen Umfallen und Wegrollen, zwischen Lagerflächen Wege von mindestens 0,50 Metern (Vorgabe des Bausteins) freihalten und bei Zwischenlagerung auf Geschossdecken die Tragfähigkeit prüfen lassen. Lagerregeln gehören in den Vertrag – im Leistungsverzeichnis als Zeile „Lager- und Vormontagefläche bauseits“; Vormontage braucht eine eigene Fläche neben dem Lager, nicht den Verkehrsweg.

Anfahrschutz gilt in beide Richtungen: Arbeitsstelle und abgestelltes Bauteil im Fahrbereich von Staplern und Lkw werden mit Absperrung, Leitbaken oder Leitwänden geschützt; umgekehrt werden Bestandsanlagen und Leitungen im Schwenkbereich des Krans markiert und mit Abstand umfahren.

Fertiger Rammschutz am Loading Dock des Frankfurter Flughafens
Zehn Millimeter Stahl gegen anfahrende Dollys – der fertige Rammschutz am Loading Dock.

So machen wir das in der Praxis

In unserer Praxis kommen Sonderanfertigungen in drei Formen vor: geplant aus der Werkstatt, angepasst vor Ort an der Bestandsanlage und improvisiert am Material, wenn etwas fehlt. Vier Einsätze aus unserem Auftragstagebuch zeigen alle drei.

Rammschutz aus der Werkstatt: Offenbach

Für einen Produktionsbetrieb bei Offenbach, in dem Stapler mit Gitterboxen im Minutentakt an empfindlicher Anlagentechnik vorbeifahren, haben wir einen Rammschutz als Sonderanfertigung gebaut: ein Stahlwinkel 200 × 100 × 10 Millimeter als verankerte Bodenschiene, darauf ein Rahmen aus Stahlrohr 80 × 80 × 5 Millimeter, mit Schwerlastankern im Boden verankert, grundiert und in Signalgelb lackiert. Zwei Personen haben die Konstruktion in unserer Werkstatt in Rodgau in etwa einem Tag geschweißt, zwei Schlosser haben sie an einem Einsatztag montiert. Die Entscheidung gegen das Katalogteil fiel bei Frage 2: Die Beanspruchung durch Tempo, Taktung und Last lag außerhalb dessen, wofür Standardrammschutz gebaut wird. Die Entscheidungslogik dahinter beschreibt unser Ratgeber Rammschutz: Standard kaufen oder anfertigen lassen?

Anpassung vor Ort: Loading Dock am Frankfurter Flughafen

An einer Logistikanlage am Frankfurter Flughafen haben wir einen Rammschutz aus Vierkantrohr mit zehn Millimetern Wandstärke gegen anfahrende Dollys gebaut – drei Schlosser, vier Tage, Anpassung und Montage komplett vor Ort an der bestehenden Anlage. Die Vierkantrohre wurden mit der Magnetbohrmaschine vorgebohrt, das Loading Dock gebohrt und mit Gewinde versehen, die Rohre montiert, die Ecken eingeschweißt und in passender Farbe lackiert. Hier war Frage 3 entscheidend: Die Anschlussmaße an den vorhandenen Stahl des Docks ließen sich nicht in die Werkstatt mitnehmen – also kam die Werkstatt zur Anlage.

Ölwanne um ein Fundament: Prüffeld eines Automobilherstellers

Im Prüffeld eines Automobilherstellers in Süddeutschland haben wir die Hydraulikleitungen eines Prüfstands umgebaut und eine umlaufende Ölwanne am Betonfundament montiert – zwei Monteure, drei Tage. Die Wannensegmente wurden um das Fundament gesetzt, mit Dübeln und Schrauben befestigt, jede Ecke und jeder Übergang im WIG-Verfahren dicht verschweißt, der Spalt zur Betonwand mit ölresistentem Dichtmittel verschlossen, die Nähte verschliffen, grundiert und lackiert. Geschweißt wurde im Kellerraum mit einer Schweißabsaugung mit Frischluftzufuhr. Ein Kaufteil hätte hier nicht gepasst – das Fundament gibt es genau einmal.

Improvisiert am Material: Kabeltrommel im Hafen Aschaffenburg

Im Hafen Aschaffenburg sollte eine rund 22 Tonnen schwere Kabeltrommel mit zwei Lagen UV-Schutzplane eingehaust und verladen werden. Die Plane kam mit Ösen, aber ohne das angekündigte Befestigungssystem – und der Tieflader stand schon. Drei Monteure haben die Kabeltrommel in der Schwebe eingehaust und verladen: Während zwei vor Ort die Trommel für den Hub vorbereiteten, besorgte der dritte bei Zulieferern Klemmschellen, Drahtseile, Spanngurte und Kabelbinder. Daraus entstanden Haltepunkte am Trommelflansch, die es vorher nicht gab – zerstörungsfrei abnehmbar, weil die Trommel wieder in den Umlauf geht. Nach wenigen Stunden war der Tieflader beladen. Von Rodgau nach Aschaffenburg sind es rund 35 Kilometer.

Fehlt bei Ihnen ein Teil, das es nicht zu kaufen gibt – oder passt das Katalogteil nicht an Ihre Anlage? Dann sprechen Sie uns an: Mit Fotos der Einbausituation sagen wir Ihnen meist am selben Tag, ob Werkstatt oder Katalog die bessere Antwort ist.

Was das für Ihre Rolle bedeutet

Für Einkäufer: Nehmen Sie die Sonderanfertigung als eigene Position in das Leistungsverzeichnis – mit Aufmaß, Konstruktion, Werkstoff, Oberfläche, Lieferung, Montage und Dokumentation –, statt sie unter „Kleinmaterial nach Aufwand“ zu verstecken. Fragen Sie bei der Vergabe, ob der Bieter eine eigene Werkstatt hat, und bewerten Sie Nähe und Reaktionszeit als Eignungskriterium, denn im Störfall entscheidet die Fertigungszeit über den Stillstand.

Für Planer: Planen Sie Schnittstellen so, dass spätere Sonderanfertigungen möglich bleiben: Zugang zu Fundamenten und Konsolen über Revisionsöffnungen, Platz für Adapterplatten, Reserve bei Bohrbildern, Einbringwege und Montageöffnungen mit ausreichender lichter Breite für vorgefertigte Rahmen. Legen Sie fest, welche Bauteile unter die DIN EN 1090 fallen, damit Betriebsausstattung und Tragwerk nicht in derselben Position ausgeschrieben werden, und geben Sie Werkstoff- und Oberflächenanforderungen aus der Umgebung vor – Hygiene, Nässe, Außenbereich –, nicht aus dem Katalog.

Für Projektleiter und Bauleiter: Der Projektleiter klärt vor der Fertigung Freigabe der Zeichnung, Termin und Montagefenster; der Bauleiter stellt vor Ort sicher, dass Aufmaß und Einbausituation übereinstimmen, dass Heißarbeiten mit Erlaubnisschein und Brandwache laufen und dass Verankerungen nach Herstellervorgabe gesetzt werden. Beide sollten eine Regel vereinbaren: Was sich beim Einbau als abweichend zeigt, wird dokumentiert und mit der Werkstatt gelöst – nicht vor Ort mit dem Hammer. Der Bauleiter weist der Anlieferung zudem eine Lager- und Vormontagefläche außerhalb der Verkehrswege zu.

Für Instandhaltungsleiter: Legen Sie für Ihre kritischen Anlagen fest, welche Verschleißteile nicht mehr lieferbar sind, und lassen Sie Zeichnungen oder Muster anlegen, bevor das letzte Altteil ausfällt. Nutzen Sie jede Instandsetzung für die Verbesserung nach DIN 31051: Was zweimal gebrochen ist, wird beim dritten Mal verstärkt gefertigt. Und halten Sie fest, welche Werkstatt in erreichbarer Nähe am Wochenende fertigen kann.

Für Lager- und Logistikleiter: Rammschutz, Anfahrschutz, Regalschutz und Übergabeplätze sind die häufigsten Sonderanfertigungen in der Logistik, weil Staplerverkehr, Tore und Rampen überall anders sind. Prüfen Sie nach jedem Anfahrschaden, ob das Standardteil der Beanspruchung gewachsen war – wenn nicht, ist die Sonderanfertigung mit Bodenschiene und passender Wandstärke die dauerhaftere Lösung. Schützen Sie während der Montage auch Arbeitsstelle und angeliefertes Bauteil mit Absperrung und Sicherheitsabstand.

Für Hersteller und Anlagenbauer, die einen Montagepartner suchen: Beim Einbau Ihrer Anlage in einen Bestand fehlt fast immer etwas – eine Konsole, ein Adapter, ein Passstück. Ein Montagepartner mit eigener Werkstatt löst das im selben Einsatz, statt die Baustelle zu unterbrechen und Sie um ein Nachlieferteil zu bitten. Klären Sie vorab, welche Anpassungen der Montagepartner selbst fertigen darf und wie sie dokumentiert werden, damit Ihre Konformitätserklärung unberührt bleibt.

Aufmaß- und Anfragebogen Sonderanfertigung: Vorlage zum Anfordern

Unser Aufmaß- und Anfragebogen Sonderanfertigung ist eine einseitige Vorlage, mit der Einkäufer, Planer und Instandhalter eine Sonderanfertigung so beschreiben, dass sie ohne Rückfragen angeboten werden kann: die fünf Entscheidungsfragen, Einbausituation mit Bezugskanten und Toleranzen, Beanspruchung, Werkstoff und Oberfläche, Schnittstellen, Montagebedingungen, Termin – und eine Skizzenfläche für das Aufmaß. Im Störfall haben Sie damit mit einem Anruf alle Angaben parat. Fordern Sie den Bogen über unser Kontaktformular an – Stichwort „Anfragebogen Sonderanfertigung“.

Warum Omega Mounting?

Wir fertigen in unserer eigenen Schlosserei in Rodgau bei Frankfurt – mit Schweißtechnik und Fräse – Einzelstücke für bestehende Anlagen: Bolzen, Buchsen, Achsen, Hebel und Halterungen, Nachbau nach Muster, Passstücke und Adapter, Verstärkungen und Konsolen, Anfahr- und Rammschutz nach Maß, Vorrichtungen und Hilfsmittel. Aufmaß, Konstruktion, Fertigung und Montage kommen aus einer Hand, wie die Einsätze in Offenbach, am Frankfurter Flughafen, im Hafen Aschaffenburg und im Prüffeld in Süddeutschland zeigen. Von Rodgau aus sind wir in Offenbach, Frankfurt, Hanau, Dietzenbach und Aschaffenburg schnell vor Ort, über die 24-Stunden-Hotline auch im Störfall. Mehr zu unseren Sonderanfertigungen für bestehende Anlagen finden Sie auf der Leistungsseite. Für Sie heißt das: Metallbau im Rhein-Main-Gebiet mit einem Ansprechpartner für Aufmaß, Fertigung und Montage – und einer Werkstatt, die im Störfall die Lieferzeit ersetzt.

Fazit

Sonderanfertigung oder Standardbauteil ist keine Glaubensfrage, sondern eine Entscheidung entlang von fünf Fragen: Geometrie, Beanspruchung, Anschluss an den Bestand, Lieferzeit und Verfügbarkeit. Passt das Katalogteil, kaufen Sie es; passt es nicht, ist die Werkstatt die bessere Antwort – mit Aufmaß, Zeichnung, passendem Werkstoff, richtiger Oberfläche und Montage durch dasselbe Team. Die Grenzen einer Sonderanfertigung im Metallbau mit Montage liegen bei tragenden Bauwerksteilen und geprüften Sicherheitsbauteilen, und eine ehrliche Werkstatt nennt sie vor dem Angebot. Schicken Sie uns Fotos der Einbausituation, die ungefähren Maße und Ihren Termin – wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung, ob wir messen, fertigen und montieren oder ob Sie besser kaufen.

Sie planen Wartung, Einbringung oder Montage im Rhein-Main-Gebiet?

Erzählen Sie uns kurz, worum es geht – wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung zurück.

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Tobias Schott, Geschäftsführer der Omega Mounting GmbH, auf einer Baustelle vor einem Gerüst

Über den Autor

Tobias Schott

Geschäftsführer Omega Mounting GmbH, Rodgau · über 20 Jahre Praxis in Montage und Instandhaltung

Gelernter Mechatroniker und seit 2004 in Wartung, Instandhaltung und Industriemontage zu Hause – zuerst an der Seite seines Vaters, seit 2012 mit Omega Mounting: von der Elektrohängebahn in Frankfurt bis zur Krananlage im Hallenneubau. Plant und leitet als Lifting Appointed Person Hebearbeiten in Rechenzentren und auf Industriebaustellen im Rhein-Main-Gebiet, ist Ausbilder und Prüfer für Krane, Hubarbeitsbühnen und Teleskopmaschinen sowie Sicherheitsbeauftragter. Bei Einsätzen im Ausland kennt man ihn als „German Troubleshooter“ – der, den man ruft, wenn es auf der Baustelle klemmt. Was Qualität heißt, hat er nicht aus einem Handbuch, sondern von seinem Vater gelernt: Made in Germany als Anspruch an die eigene Arbeit, nicht als Etikett. Deshalb steht sie bei Omega Mounting an erster Stelle – vor Tempo und vor Preis. Die Ratgeber hier schreibt er aus dieser Praxis: Was auf unseren Baustellen funktioniert, steht drin – was nur in der Norm steht, nicht.

Häufig gestellte Fragen

Eine Sonderanfertigung im Metallbau ist ein Einzelstück aus Stahl, nichtrostendem Stahl oder Aluminium, das nach Aufmaß, Skizze oder Zeichnung für eine konkrete Einbausituation gefertigt und anschließend montiert wird – Konsolen, Adapterplatten, Rammschutz, Auffangwannen, Vorrichtungen oder Ersatzteile. Der Unterschied zum Standardbauteil ist die Passung zur Anlage: Das Katalogteil bringt seine Maße mit, die Sonderanfertigung übernimmt die Maße des Bestands.

Wenn Geometrie oder Bohrbild nicht passen, wenn die tatsächliche Beanspruchung außerhalb dessen liegt, wofür das Standardteil ausgelegt ist, wenn das Teil an eine Bestandsanlage angeschlossen werden muss, wenn die Lieferzeit den Stillstand verlängert oder wenn es kein Standardteil mehr gibt. Passt das Katalogteil, ist geprüft und ab Lager verfügbar, ist es die bessere Wahl.

Mit Skizze oder Zeichnung, Werkstoffangabe, Beschichtungsaufbau, Angaben zur Verankerung, Fotodokumentation und Montageprotokoll. Für Ersatzteile zusätzlich mit Fertigungsmaßen, damit das Teil beim nächsten Mal ohne Aufmaß nachgefertigt werden kann. Diese Unterlagen gehören in die Revisionsunterlagen der Anlage.

Reverse Engineering ist die Rückgewinnung der Fertigungsmaße aus einem vorhandenen Bauteil, wenn keine Zeichnung mehr existiert. Das Altteil wird vermessen, Verschleiß wird herausgerechnet, und das Teil wird nachgefertigt – bei Bedarf aus einem verschleißfesteren Werkstoff. Für Anlagen ohne Ersatzteilversorgung ist das oft der einzige Weg, sie am Laufen zu halten.

Nein. Die DIN EN 1090 gilt für tragende Bauteile von Bauwerken – Stützen, Träger, Kranbahnen, Bühnen, die Teil des Gebäudes werden – und verlangt dafür einen zertifizierten Hersteller. Betriebsausstattung, Vorrichtungen, Konsolen an Maschinen und Schutzkonstruktionen wie Rammschutz sind in der Regel nicht betroffen. Wo die Grenze im Einzelfall liegt, sollte vor dem Angebot geklärt werden.

Dieselben wie bei jeder Arbeit im Bestand: Freigabe durch den Betreiber, Absperrung des Arbeitsbereichs, bei Schweiß- und Trennarbeiten ein Erlaubnisschein für Heißarbeiten mit Brandwache und Absaugung, Verankerungen nach Herstellervorgabe und eine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG für den Einsatz. Beim Arbeiten in engen oder schlecht belüfteten Räumen kommt eine Schweißrauchabsaugung mit Frischluftzufuhr hinzu. Staub wird nach dem STOP-Prinzip vermieden: Vorfertigung in der Werkstatt, Absaugung an Bohrer und Schleifer, Entstauber der Staubklasse M statt Besen oder Druckluft. Trägt oder hebt das gefertigte Teil Lasten, wird es nach TRBS 1201 vor der ersten Verwendung geprüft.

Beides, je nach Bauteil. Was unter kontrollierten Bedingungen gefertigt werden kann, entsteht in unserer Werkstatt in Rodgau; was Anschlussmaße von der Bestandsanlage abnehmen muss, wird vor Ort angepasst, etwa durch Bohren mit der Magnetbohrmaschine am vorhandenen Stahl. Oft ist es eine Kombination: vorgefertigt in Rodgau, angepasst und montiert beim Kunden.

Das hängt von Bauteil, Werkstoff und Oberfläche ab – die Nähe der Werkstatt verkürzt die Kette: Aufmaß in Offenbach, Hanau oder Aschaffenburg, Fertigung in Rodgau, Montage oft im selben oder nächsten Einsatz. Im Störfall ersetzt die Fertigungszeit in der Werkstatt die Lieferzeit eines Katalogteils – deshalb ist die Werkstatt Teil unserer Störfallbereitschaft über die 24-Stunden-Hotline.

Über eine kurze Anfrage mit drei Angaben: Fotos der Einbausituation, die ungefähren Maße oder eine Bestandszeichnung und der Termin – Störfall oder planbare Maßnahme. Wir sagen Ihnen zuerst, ob ein Standardteil reicht; wenn nicht, kommen wir zum Aufmaß, klären Werkstoff, Oberfläche und Montagebedingungen vor Ort und schicken Ihnen ein schriftliches Angebot mit Skizze. Ansprechpartner ist Tobias Schott – erreichbar über unser Kontaktformular; unser Aufmaß- und Anfragebogen führt durch alle Angaben.

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