- Projektreport – Spinnenkran aus dem Datacenter-Keller
Spinnenkran aus dem Keller geholt: Millimeterarbeit im Datacenter Raunheim
Wie 4 Monteure einen Minikran, um den herum das Gebäude fertig gebaut worden war, durch den Keller manövrierten und per Turmdrehkran durch den Schacht zogen – obwohl 2 Zentimeter fehlten
Es war nicht nur sprichwörtlich eine enge Kiste: Bei diesem Auftrag haben wir jeden Millimeter genutzt, der zur Verfügung stand. Wir wurden engagiert, einen Spinnenkran aus dem Keller eines Datacenters in Raunheim zu heben. Ein Turmdrehkran vor Ort sollte uns dabei helfen – so weit, so normal.
Das Problem: Der Kran war eingebracht worden, als das Gebäude noch im Rohzustand war. Ohne Zwischenwände, ohne Einbauten, ohne Bauaufzug im Schacht. Seitdem war das Datacenter um den Kran herum weitergebaut worden – und was damals bequem hineinrollte, musste jetzt durch einen fertig ausgebauten Keller wieder hinaus.
Also hieß es: vorab eine Route durch den Keller planen, alles ausmessen, einen Liftplan mit allen Details aufstellen – und am Ende war es trotzdem ein Stück weit „Probieren geht über Studieren“. Diese vermeintliche „Mal-eben-schnell“-Aufgabe entwickelte sich zu einer tagfüllenden Aufgabe für vier Mitarbeiter.
Projekt-Steckbrief
- Leistung: Ausbringung eines Spinnenkrans aus dem Keller eines Datacenters – Routenplanung und Aufmaß, Liftplan, Verlegung einer temporären Starkstromversorgung, millimetergenaues Verfahren durch den Keller mit Einweisern, Abfangen des Bauaufzugs mit Kanthölzern, Schräganschlag mit verstellbarer Kette, Hub durch den Schacht per Turmdrehkran
- Team: 4 Monteure
- Projektzeit: 1 Tag
- Kunde: Datacenter in Raunheim (Betreiber bleibt ungenannt)
- Ergebnis: Der Spinnenkran ist ohne Schäden an Gebäude, Bauaufzug und Kran wieder am Tageslicht
Was ist ein Spinnenkran?
Ein Spinnenkran – auch Minikran genannt – ist ein kompakter Raupenkran, der durch normale Türöffnungen passt und dort hebt, wo große Krane nie hinkommen: in Hallen, Kellern, Innenhöfen. Seine Stützen spreizen sich wie Spinnenbeine, daher der Name. Auf seinen Gummiketten kann er sich fast auf der eigenen Achse drehen – im Gebäude Gold wert – und schont dabei empfindliche Böden.
Viele Spinnenkrane sind hybrid aufgebaut: Diesel für draußen, Elektroantrieb für drinnen. Genau diese Eigenschaften machten das Gerät für die Bauphase des Datacenters so nützlich – und genau deshalb stand es jetzt im Keller, als das Gebäude längst keine Rohbau-Öffnungen mehr hatte.
Warum steckte der Kran überhaupt im Keller fest?
Weil das Gebäude um ihn herum fertig gebaut wurde. In der Rohbauphase war die Einbringung einfach: keine Zwischenwände, keine Einbauten, ein offener Schacht. Doch mit jedem Bauabschnitt wurden die Wege enger – Wände, Technik-Einbauten, und im Ausbringungsschacht stand inzwischen ein Bauaufzug, der sich nicht mal eben für uns ausbauen ließ.
Dazu kommt: Der Kran stand nicht etwa vergessen in der Ecke – er war bis zu diesem Moment im Arbeitseinsatz. Wir selbst haben mit ihm im Auftrag CRAH-Units aufgestellt, die Präzisionsklimageräte, die die Rechner im Datacenter kühlen. Mit dem Spinnenkran wurden die Units auf die sogenannten Fanbases gehoben – die Unterbauten mit den Ventilatoren, auf denen die Geräte sitzen. Erst als die letzte Unit stand, war der Job des Krans im Keller erledigt – und seine Ausbringung wurde zum eigenen Projekt.
Das ist ein Klassiker auf Großbaustellen: Maschinen, die früh hineinkommen und drinnen gebraucht werden, müssen irgendwann durch ein deutlich engeres Gebäude wieder hinaus. Dann braucht es Leute, die messen, planen – und die Nerven behalten, wenn zwischen Kran und Wand nur noch Millimeter liegen.
Der Ablauf: von der Routenplanung bis zum Hub durch den Schacht
- Aufmaß und Routenplanung: Vorab haben wir die komplette Strecke durch den Keller vermessen – jede Tür, jede Ecke, jedes Hindernis – und die Route festgelegt.
- Liftplan: Für den Hub durch den Schacht wurde ein Liftplan mit allen Details erstellt – Anschlagpunkte, Geometrie, Ablauf, Verantwortlichkeiten.
- Strom legen: Im Rohbau gab es noch nicht ausreichend Strom. Also verlegten wir ein sehr langes Starkstromkabel – je länger die Leitung, desto größer der Leistungsverlust, das muss man einplanen. Der Kran ist zwar hybrid aufgebaut, aber den Dieselmotor im Keller eines Datacenters anzuwerfen, kam keinesfalls in Frage. Es blieb beim Elektrobetrieb.
- Die Fahrt durch den Keller: Ein geübter Fahrer, dazu Einweiser auf jeder Seite – so wurde die komplette Strecke abgefahren. Teilweise blieben nur Millimeter Platz: vor, zurück, vor, zurück, bis es passte. Vor jedem Hindernis wurde neu überlegt, wie wir am besten fahren. Die alte Hebelsteuerung des Krans reagiert dabei nicht so feinfühlig, wie man es sich für so einen Job wünschen würde – umso wichtiger waren die Augen an jeder Ecke.
- Bauaufzug abfangen: Am Ausbringungsschacht wartete das größte Hindernis – der Bauaufzug. Wir haben Aufzug und Rampe komplett mit Kanthölzern unterbaut, um die Last abzufangen und die Plattform nicht zu verbiegen.
- Schräg anschlagen: Im Schacht wurde dann eines klar: Wir hatten leider richtig gemessen – es fehlten 2 Zentimeter. Also hängten wir den Kran mit einer verstellbaren Kette schräg an und konnten ihn so aus dem Schacht ziehen.
- Der Hub: Für den Turmdrehkran war das eine knifflige Aufgabe – sehr langsam, mit viel Präzision, zog er den Spinnenkran durch den Schacht nach oben. Die Last war dabei kein Problem, nur der extrem knappe Platz. Mit guter Kran-Supervision und sauberem Teamwork ging auch das.
2 Zentimeter zu wenig – und die Lösung hing an einer Kette
Manchmal entscheiden 2 Zentimeter über einen ganzen Einsatz. Unser Aufmaß hatte es angekündigt, der Schacht bestätigte es: Aufrecht hängend passte der Kran nicht durch. Neu bauen konnten wir das Gebäude nicht – also haben wir die Geometrie der Last verändert.
Mit einer verstellbaren Kette – die Stränge lassen sich über Verkürzungselemente einzeln in der Länge anpassen – wurde der Kran bewusst schräg angeschlagen. Eine schräg hängende Last braucht in einer Richtung weniger Platz als eine gerade hängende: Genau diese Handbreit Geometrie holte uns die fehlenden Zentimeter zurück. Wichtig ist dabei, dass der Anschlag trotzdem sauber gerechnet ist – Schwerpunkt, Strangkräfte, Sicherung gegen Pendeln. Schräg heißt bei uns kontrolliert schräg, nicht „wird schon halten“.
Der Bauaufzug, der nicht weichen konnte
Ein Bauaufzug lässt sich nicht mal eben für einen Tag demontieren – das hätte alle Zeitpläne der Baustelle gesprengt. Also musste der Kran über den Aufzug hinweg, und zum Teil auf dessen Rampe. Damit die Plattform das tonnenschwere Gerät schadlos übersteht, haben wir Aufzug und Rampe komplett mit Kanthölzern unterbaut: Die Hölzer fangen die Last ab und leiten sie in den Boden, statt sie in die Aufzugkonstruktion zu drücken.
Kanthölzer sind bei uns ohnehin Dauergäste auf der Ladefläche – ob als Sicherung unter einem schwebenden Gegengewicht, als Stapel unter einer tonnenschweren Anlage oder wie hier als Lastverteilung. Unspektakuläres Material, das im richtigen Moment Konstruktionen und Zeitpläne rettet.
Planung schlägt Hektik – und trotzdem entscheidet der Moment
Natürlich gab es vorab einen Liftplan, in dem alle Details standen: Route, Anschlag, Hublauf, Zuständigkeiten. So ein Plan ist bei Hüben in engen Gebäuden keine Formalie, sondern die Grundlage dafür, dass alle Beteiligten – unser Team, der Turmdrehkranfahrer, die Baustelle – dasselbe Bild im Kopf haben.
Und trotzdem gilt in einem Keller mit Millimeter-Toleranzen: Der Plan bringt dich bis vor das Hindernis, durchmanövrieren musst du selbst. Ein geübter Fahrer, Einweiser auf jeder Seite, vor jedem Engpass ein kurzes Innehalten und neu Denken – das ist die Sorte Teamarbeit, die man nicht aus dem Handbuch lernt, sondern aus vielen Einsätzen dieser Art.
Why Omega Mounting?
- Datacenter-Routine: Dieser Einsatz war bereits unsere zehnte dokumentierte Datacenter-Referenz – wir kennen die Spielregeln dieser Umgebungen, vom Zutritt bis zum absoluten Diesel-Tabu im Gebäude.
- Lift & Shift in beide Richtungen: Wir bringen Maschinen nicht nur in Gebäude hinein, sondern auch wieder heraus – auch wenn das Gebäude inzwischen enger geworden ist als beim Einbringen.
- Liftplan statt Bauchgefühl: Anspruchsvolle Hübe planen wir mit Liftplan, Kran-Supervision und klaren Verantwortlichkeiten – und behalten uns die Flexibilität vor, wenn die Realität 2 Zentimeter anders ist als gehofft.
- Improvisation mit System: Schräganschlag mit verstellbarer Kette, Kanthölzer unter dem Bauaufzug – Lösungen, die vor Ort entstehen, aber auf Anschlagtechnik-Wissen beruhen.
- Schonend für die Baustelle: Bauaufzug, Böden, Wände – alles blieb unversehrt, kein Zeitplan der Baustelle wurde angetastet.
- Regional verankert: Zuhause in Rodgau, schnell in Raunheim, Rüsselsheim, Frankfurt und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet – und bundesweit im Einsatz.
Fazit: Jeden Millimeter genutzt
Ein Spinnenkran, der im Rohbau bequem hineinrollte, ein Keller voller Einbauten, ein Bauaufzug im einzigen Ausbringungsschacht und 2 fehlende Zentimeter: Aus „mal eben schnell“ wurde ein tagfüllender Präzisionseinsatz für vier Monteure. Am Ende hing der Kran schräg an der verstellbaren Kette, der Turmdrehkran zog ihn Zentimeter für Zentimeter durch den Schacht – und die Baustelle konnte ohne Unterbrechung weiterlaufen.
Wenn bei Ihnen eine Maschine tiefer im Gebäude steckt, als es die Türen erlauben: Sprechen Sie uns an. Meistens gibt es einen Weg – man muss ihn nur ausmessen.
Request a callback for your project now – Omega Mounting GmbH, Rodgau. Ihr Partner für Maschinenverbringung und Industriemontage im Rhein-Main-Gebiet: Frankfurt, Rüsselsheim, Raunheim, Wiesbaden – und bundesweit.
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Häufig gestellte Fragen
Ein Spinnenkran ist ein kompakter Minikran auf Raupenfahrwerk, dessen Abstützungen sich wie Spinnenbeine ausklappen. Er passt durch enge Öffnungen, dreht auf Gummiketten fast auf der eigenen Achse und hebt dort, wo Autokrane nicht hinkommen – in Hallen, Kellern und Innenhöfen. Viele Modelle arbeiten hybrid: Diesel im Freien, Elektro im Gebäude.
Mit Aufmaß, Routenplanung und Geduld: Erst wird die komplette Strecke vermessen und ein Liftplan erstellt, dann wird die Maschine mit Fahrer und Einweisern millimetergenau durch das Gebäude bewegt und am Schacht per Kran gehoben. Wo es rechnerisch nicht passt, helfen Tricks wie der Schräganschlag – oder es wird eng abgestimmt zurückgebaut.
Wegen der Abgase: In geschlossenen Räumen sind Verbrennungsmotoren tabu – erst recht in einem Datacenter mit empfindlicher Technik und Brandmeldeanlagen. Deshalb lief der Hybrid-Kran bei diesem Einsatz ausschließlich elektrisch, über ein eigens verlegtes langes Starkstromkabel – dessen Leistungsverlust über die Länge man einkalkulieren muss.
Ein Liftplan dokumentiert einen Kranhub im Detail: Lastdaten, Anschlagmittel, Schwerpunkt, Hubweg, Positionen, Verantwortlichkeiten. Bei anspruchsvollen Hüben – enge Schächte, Bauaufzüge im Weg, mehrere Beteiligte – ist er die gemeinsame Arbeitsgrundlage für Kranfahrer, Supervisor und Montageteam.
Die Geometrie der Last ändern: Bei diesem Einsatz fehlten 2 Zentimeter, also wurde der Kran mit einer verstellbaren Kette kontrolliert schräg angeschlagen – schräg hängend brauchte er in der kritischen Richtung weniger Platz und passte durch den Schacht. Voraussetzung ist ein sauber gerechneter Anschlag mit gesichertem Schwerpunkt.
Durch Unterbauen mit Kanthölzern: Die Hölzer fangen die Last ab und leiten sie in den tragfähigen Untergrund, statt Plattform und Rampe des Aufzugs zu verbiegen. So musste der Bauaufzug für unseren Einsatz nicht demontiert werden – und die Zeitpläne der Baustelle blieben unangetastet.
Ja, regelmäßig: Dieser Einsatz in Raunheim war bereits unsere zehnte dokumentierte Datacenter-Referenz im Rhein-Main-Gebiet – von Chiller-Tausch über SCR-Systeme und Löschtechnik bis zur Maschinenverbringung. Unser Sitz in Rodgau liegt mitten im Datacenter-Korridor rund um Frankfurt.