- Projektreport – Kabeltrommel-Reparatur im Hafen Aschaffenburg
Kabeltrommel reparieren im Hafen Aschaffenburg – Schweißinstandsetzung an der Rohrwelle vor Ort
Wie zwei Mechaniker in einem halben Tag eine gerissene Rohrwelle instand gesetzt haben – ohne das tonnenschwere Hochspannungskabel abzuspulen
Beim Transport und Handling von Kabeltrommeln für Hochspannungskabel wirken enorme Kräfte auf die Konstruktion. Bereits kleine Fehler beim Anschlagen oder Heben können zu erheblichen Schäden führen – und im schlimmsten Fall den gesamten Transport oder die weitere Verwendung der Trommel verhindern.
Genau mit einer solchen Herausforderung wurde Omega Mounting im Hafengebiet von Aschaffenburg beauftragt: Die zentrale Rohrwelle einer großen Kabeltrommel war durch unsachgemäßes Anschlagen beschädigt worden – während das mehrere Tonnen schwere Hochspannungskabel bereits vollständig aufgetrommelt war.
Unsere Lösung: eine komplette Schweißinstandsetzung direkt vor Ort, im WIG-Verfahren, mit passgenauen Reparaturstücken – ohne das Kabel abspulen oder die Trommel bewegen zu müssen.
Project profile
- Scope: Schweißinstandsetzung der beschädigten Rohrwelle einer Kabeltrommel direkt vor Ort – Schadensanalyse, Heraustrennen der beschädigten Bereiche und Ausschleifen sämtlicher Risse, Fertigung passgenauer Reparaturstücke aus einer baugleichen Trommel, Einpassen und WIG-Verschweißen der Rohrsegmente teilweise in Zwangslagen, Schutz des aufgetrommelten Hochspannungskabels während aller Arbeiten, Nachbearbeitung, Korrosionsschutz und Neubeschichtung
- Team: 2 Mechaniker von Omega Mounting
- Project duration: Besichtigung mit Aufnahme des Schadensbildes im April 2026, Instandsetzung an einem halben Tag Ende Mai 2026
- Verfahren: WIG-Schweißen mit mobiler Ausrüstung, Arbeiten im Trommelinneren in Zwangslagen bis über Kopf
- Location: Hafengebiet Aschaffenburg (Bayerischer Untermain, rund 30 km von unserem Firmensitz Rodgau)
- Client: Kabelhersteller – auf Kundenwunsch nicht namentlich genannt
- Special feature: Reparatur am Stück – das tonnenschwere Hochspannungskabel blieb während der gesamten Instandsetzung auf der Trommel
- Result: Tragfähigkeit und Rundlaufgenauigkeit dauerhaft wiederhergestellt, Trommel wieder voll einsatzfähig – ohne Abspulen und ohne Ersatzbeschaffung
Warum sind Kabeltrommeln für Hochspannungskabel so empfindlich?
Eine Kabeltrommel für Hochspannungskabel ist weit mehr als ein Transportgestell: Ihre zentrale Rohrwelle trägt das gesamte Gewicht des aufgetrommelten Kabels – oft mehrere Tonnen – und muss beim Abrollen exakt auf ihren Lagerpunkten laufen.
Wird eine solche Trommel falsch angeschlagen, etwa mit einer Kette direkt an der Welle, entstehen punktuelle Belastungen, für die die Konstruktion nicht ausgelegt ist. Die Folge sind Risse und Verformungen in der tragenden Struktur. Eine beschädigte Trommel darf nicht weiter gehoben oder abgerollt werden – das Risiko für Kabel, Personal und Umgebung wäre zu hoch.
Genau dieser Fall lag hier vor: Durch das unsachgemäße Anschlagen mit einer Kette wurde die zentrale Rohrwelle an mehreren Stellen beschädigt. Eine sichere Nutzung war nicht mehr gewährleistet.
Warum musste die Reparatur direkt im Hafen stattfinden?
Die kurze Antwort: Weil das Hochspannungskabel bereits vollständig auf der Trommel war. Ein Abspulen wäre mit einem enormen logistischen und zeitlichen Aufwand verbunden gewesen – und kam daher nicht infrage.
Also blieb nur ein Weg: Die komplette Instandsetzung musste direkt im Hafengebiet von Aschaffenburg durchgeführt werden – mit mobiler Schweißausrüstung, durchdachter Arbeitsvorbereitung und einem Reparaturkonzept, das die Trommel dauerhaft wieder voll tragfähig macht.
Wie läuft eine fachgerechte Schweißinstandsetzung ab?
Am Anfang steht nicht das Schweißgerät, sondern die Schadensanalyse. Vor Beginn der eigentlichen Reparatur wurde jede Schadstelle sorgfältig begutachtet.
Bei diesem Projekt hatte die Schadensanalyse einen eigenen Termin. Im April sind wir zur Besichtigung in den Hafen gefahren und haben das Schadensbild vollständig aufgenommen: jede Rissstelle begutachtet, fotografiert und eingemessen. Erst danach stand fest, wie viel Rohr heraus muss, woher die Ersatzstücke kommen und welches Material, Werkzeug und Schweißgerät für den Reparaturtag nötig sind.
Diese Trennung ist Absicht. Wer mit dem Schweißgerät anreist und erst vor Ort merkt, dass ein Segment fehlt oder der Zugang nicht passt, verliert einen kompletten Tag – bei einer Trommel, die nicht bewegt werden darf, auch noch mit Standzeit für alle Beteiligten. Die eigentliche Instandsetzung Ende Mai war deshalb an einem halben Tag erledigt.
Anschließend entfernten unsere Schweißer den beschädigten Bereich vollständig und schliffen sämtliche Risse bis in das gesunde Grundmaterial aus. Nur so lässt sich sicherstellen, dass keine Vorschädigungen im Material verbleiben und die Tragfähigkeit dauerhaft wiederhergestellt werden kann.
Auf den Bildern ist dieser Arbeitsschritt besonders gut zu erkennen: Die beschädigten Rohrbereiche wurden vollständig geöffnet und für die spätere Instandsetzung vorbereitet.
Woher kamen die passenden Ersatzteile?
Aus einer baugleichen, ebenfalls beschädigten Kabeltrommel – eine wirtschaftliche und nachhaltige Lösung, die wir gemeinsam mit dem Kunden entschieden haben.
Aus der Spendertrommel wurden die benötigten Reparaturstücke herausgetrennt. Dadurch standen exakt passende Rohrsegmente mit identischem Durchmesser und gleicher Wandstärke zur Verfügung. Nach dem Zuschnitt wurden die Ersatzstücke millimetergenau angepasst und eingepasst.
Diese Vorgehensweise spart nicht nur Material und Kosten, sondern gewährleistet gleichzeitig eine optimale Passgenauigkeit – statt die komplette Trommel zu ersetzen.
Warum WIG-Schweißen – und warum in Zwangslagen?
Das WIG-Schweißverfahren eignet sich besonders für hochwertige Reparaturen an tragenden Stahlkonstruktionen, da sich die Wärmeeinbringung sehr präzise steuern lässt. Gerade bei den Rohrverbindungen der Trommel war eine gleichmäßige Durchschweißung entscheidend: Die Reparaturstücke wurden rundum verschweißt und anschließend kontrolliert nachgearbeitet.
Ein Großteil der Schweißarbeiten musste dabei im Inneren der Trommel in sehr beengten Platzverhältnissen ausgeführt werden. Unsere Schweißer arbeiteten teilweise kniend oder sitzend zwischen den Verstrebungen und führten die Nähte in verschiedenen Zwangslagen aus – auch über Kopf. Das erfordert höchste Konzentration und handwerkliches Können, wie die Nahaufnahmen eindrucksvoll zeigen.
Reparatur unter Erhalt der Geometrie
Da die Trommel später wieder exakt auf ihren Lagerpunkten laufen muss, war nicht nur die Festigkeit der Schweißnaht entscheidend. Ebenso wichtig war die millimetergenaue Ausrichtung der eingesetzten Rohrstücke, damit die Welle ihre ursprüngliche Geometrie und Rundlaufgenauigkeit beibehält.
Genau diese Präzision unterscheidet eine fachgerechte Instandsetzung von einer einfachen Reparatur.
Wie schützt man das Hochspannungskabel bei Schweißarbeiten?
Da sich das hochwertige Hochspannungskabel während der gesamten Reparatur auf der Trommel befand, musste es zuverlässig geschützt werden.
Die angrenzenden Bereiche wurden deshalb mit hitzebeständigen Schutzfolien und Abdeckungen abgeschirmt. Dadurch konnten Schweißspritzer, Schleifstaub und Funken sicher von den empfindlichen Kabeln ferngehalten werden.
Gerade bei Arbeiten in unmittelbarer Nähe zu hochwertigen Komponenten gehört dieser Schutz für uns selbstverständlich zur professionellen Arbeitsvorbereitung.
Nachbearbeitung und Korrosionsschutz
Nach Abschluss der Schweißarbeiten wurden sämtliche Schweißnähte gereinigt und die bearbeiteten Bereiche für den neuen Korrosionsschutz vorbereitet.
Anschließend erhielt die reparierte Rohrwelle eine neue Beschichtung, sodass sich die Instandsetzung nahezu nahtlos in die bestehende Konstruktion einfügt. Die fertigen Bilder zeigen deutlich: Die Reparatur ist optisch kaum noch von der ursprünglichen Konstruktion zu unterscheiden.
Warum Omega Mounting für Schweißreparaturen vor Ort?
Als Montage- und Instandsetzungsunternehmen aus Rodgau sind wir im Hafen Aschaffenburg und im gesamten Rhein-Main-Gebiet in kürzester Zeit einsatzbereit – mit allem, was eine Reparatur vor Ort braucht:
- Mobile WIG-Schweißtechnik für Einsätze direkt an der Schadstelle
- Erfahrene Schweißer für Zwangslagen und beengte Platzverhältnisse
- Sorgfältige Schadensanalyse und passgenaue Fertigung von Reparaturstücken
- Durchdachte Arbeitsvorbereitung inklusive Schutz angrenzender Komponenten
- Korrosionsschutz und saubere Übergabe
- Wirtschaftliche Lösungen statt teurem Komplettersatz
Nachtrag September 2026: Wie es mit dieser Trommel weiterging
Die Geschichte endete nicht mit der Reparatur. Dieselbe Trommel blieb anschließend mehrere Monate auf der Umschlagfläche im Hafen Aschaffenburg stehen, bevor sie im September 2026 auf einen Tieflader ging – und auch bei dieser Verladung waren wir wieder im Einsatz.
Diesmal ging es nicht ums Schweißen, sondern um Transportvorbereitung: eine UV-Schutzplane in zwei Lagen über den Kabelwickel, angebracht an der schwebenden Trommel, und eine Befestigungslösung, die vor Ort entstehen musste, weil das angekündigte Material fehlte. Der Fall ist im Auftragstagebuch unter Kabeltrommel UV-sicher einhausen und verladen im Hafen Aschaffenburg dokumentiert.
Für uns ist das die eigentliche Pointe: Reparatur im Frühjahr, Lagerung über den Sommer, Verladung im Herbst – dieselbe Anlage, derselbe Ort, zwei völlig unterschiedliche Aufgaben. Genau so sieht Instandhaltung in der Praxis aus.
Conclusion
Schweißreparaturen an tragenden Stahlkonstruktionen erfordern weit mehr als gutes Schweißen. Entscheidend sind eine sorgfältige Schadensanalyse, passgenaue Fertigung der Ersatzteile, hochwertige Schweißverfahren und eine durchdachte Arbeitsvorbereitung.
Die Reparatur dieser Kabeltrommel im Hafengebiet Aschaffenburg zeigt exemplarisch, wie Omega Mounting auch unter schwierigen Bedingungen wirtschaftliche und technisch hochwertige Lösungen realisiert: Die Trommel konnte wieder vollständig eingesetzt werden, ohne das Hochspannungskabel abspulen oder umlagern zu müssen – für unseren Kunden eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis bei dauerhaft wiederhergestellter Tragfähigkeit.
Sie brauchen eine Schweißreparatur direkt vor Ort? Ob beschädigte Stahlkonstruktion, Transportschaden oder Instandsetzung im laufenden Betrieb: Wir reparieren dort, wo der Schaden ist – mit mobiler Schweißtechnik und erfahrenen Schweißern. Von Rodgau aus sind wir in Aschaffenburg, Hanau, Offenbach, Frankfurt und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet schnell bei Ihnen.
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Frequently asked questions
Ja – wenn die Reparatur fachgerecht geplant wird. Bei diesem Projekt blieb das mehrere Tonnen schwere Hochspannungskabel während der gesamten Instandsetzung auf der Trommel. Die angrenzenden Bereiche wurden mit hitzebeständigen Schutzfolien abgeschirmt, sodass Schweißspritzer und Funken das Kabel nicht erreichen konnten.
Meist durch unsachgemäßes Anschlagen oder Heben – etwa wenn eine Kette direkt an der zentralen Rohrwelle angeschlagen wird. Die punktuelle Belastung führt zu Rissen und Verformungen in der tragenden Konstruktion, die eine sichere Nutzung der Trommel verhindern.
Beim WIG-Schweißen lässt sich die Wärmeeinbringung sehr präzise steuern. Das ist bei tragenden Stahlkonstruktionen entscheidend, um gleichmäßige, hochwertige Nähte mit voller Durchschweißung zu erzielen – gerade an Rohrverbindungen, die später wieder hohe Lasten tragen müssen.
Zwangslagen sind Schweißpositionen abseits der idealen Wannenlage – etwa senkrecht oder über Kopf. Bei dieser Reparatur musste ein Großteil der Nähte im engen Trommelinneren kniend, sitzend oder über Kopf geschweißt werden. Das erfordert besonders erfahrene Schweißer.
Im Idealfall aus einer baugleichen Trommel: Bei diesem Projekt wurden die Reparaturstücke aus einer ebenfalls beschädigten Spendertrommel herausgetrennt. So standen Rohrsegmente mit identischem Durchmesser und gleicher Wandstärke zur Verfügung – die wirtschaftlichste Lösung mit optimaler Passgenauigkeit.
Ja. Unser Firmensitz in Rodgau liegt nur rund 30 Kilometer vom Hafen Aschaffenburg entfernt. Mobile Schweißreparaturen und Instandsetzungen führen wir in Aschaffenburg, Hanau, Offenbach, Frankfurt und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet durch – auch kurzfristig.
Ja. Die instand gesetzte Trommel blieb zunächst mehrere Monate im Hafen Aschaffenburg eingelagert und wurde im September 2026 auf einen Tieflader verladen – die Rohrwelle trug das aufgetrommelte Hochspannungskabel dabei ohne Beanstandung. Die Transportvorbereitung und Verladung haben wir ebenfalls übernommen.