- Ratgeber – Lift & Shift
Industriemontage beauftragen: Anfrage, Angebot und Vergabe
Von Tobias Schott · Lesezeit ca. 24 Minuten · Stand: Oktober 2026
Ein belastbares Montageangebot entsteht aus einer vollständigen Anfrage und einer Begehung – wer beides überspringt, vergleicht später Nachträge statt Angebote.
„Bitte Angebot für die Montage der neuen Anlage, Fotos anbei.“ So beginnen viele Anfragen, und so beginnen viele Nachträge. Wer Industriemontage beauftragen will, braucht vor dem ersten Angebot sechs Angaben: Anlage, Gewicht und Abmessungen, Zugänglichkeit, Termin und Stillstandsfenster, bauseitige Leistungen und die geforderten Nachweise. Fehlt eine davon, füllt jeder Bieter die Lücke mit seiner eigenen Annahme. Am Ende liegen drei Angebote auf dem Tisch, hinter denen drei verschiedene Leistungen stehen.
Das kostet Zeit an der falschen Stelle – am Montagetag: Der Stapler reicht nicht für das Gewicht, die Tür ist zu schmal, die Einspeisung fehlt, das Stillstandsfenster ist nicht freigegeben. Jede dieser Überraschungen stand schon in der Anfrage – als Lücke.
Dieser Ratgeber ist die Vertiefung unserer Grundlagenseite Was ist Industriemontage? für die Phase vor dem Auftrag. Er zeigt, was eine Anfrage enthalten muss, warum die Begehung vor das Angebot gehört, woraus ein Montageangebot besteht, wie Sie Angebote vergleichbar machen und was in der Bestellung stehen muss. Beträge, Stundensätze und Zeitversprechen finden Sie hier bewusst nicht – sie sind das Ergebnis eines vollständigen Leistungsumfangs, nicht sein Maßstab.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Anfrage für Industriemontage braucht sechs Angaben: Anlage, Gewicht und Abmessungen, Zugänglichkeit, Termin und Stillstandsfenster, bauseitige Leistungen, geforderte Nachweise.
- Die Begehung gehört vor das Angebot, nicht vor den Montagetag – sie prüft, was die Anfrage behauptet.
- Ein belastbares Montageangebot benennt Positionen, Hebetechnik, Nebenleistungen, Ausschlüsse, Abrechnungsart, Verantwortliche, Nachweise und Abnahme ausdrücklich.
- Regie oder Pauschale ist keine Preisfrage, sondern eine Frage der Planbarkeit: Neumontage nach Zeichnung lässt sich pauschalieren, Anpassung im Bestand nur mit Aufmaß.
- Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle Bieter in Vollständigkeit, Sicherheit, Verantwortlichen, Referenzen und Versicherung dieselbe Leistung anbieten.
- In die Bestellung gehören Leistungsumfang, Schnittstellen, die verantwortliche Person für Hebearbeiten und die Abnahme – nicht nur die Angebotsnummer.
- Die häufigsten Fehler sind Anfragen per Foto ohne Maße, nicht fixierte Stillstandsfenster und unklare bauseitige Leistungen.
Was ist ein belastbares Montageangebot?
Ein belastbares Montageangebot ist ein Angebot, das für eine benannte Anlage an einem begangenen Ort festlegt, welche Montageleistungen mit welcher Hebetechnik, welchen Nebenleistungen, welchen Ausschlüssen, welcher Abrechnungsart und welchen Verantwortlichen bis zu welcher Abnahme geschuldet sind – so, dass zwei Fachleute ohne Rückfrage dasselbe darunter verstehen.
Belastbar heißt nicht umfangreich. Ein Angebot über zwei Einsatztage für einen Portalkran kann auf einer Seite stehen, wenn es Vermessung, Verguss mit Aushärtezeit, Vormontage, Stapler und Arbeitsbühnen benennt. Ein zehnseitiges Angebot, das die Einbringung als „bauseits“ voraussetzt und die Elektrik nicht erwähnt, ist nicht belastbar – es ist lang.
Was ein Montagebetrieb unter Industriemontage versteht
Industriemontage ist die mechanische Montage von Maschinen, Anlagen und Stahlbau beim Betreiber vor Ort – vom Entladen bis zur Übergabe. Wo das Gewerk endet, erklärt die Grundlagenseite; den Umfang, den wir anbieten, zeigt unsere Leistungsseite Industriemontage. Für die Anfrage zählt: Sagen Sie, welchen Baustein Sie brauchen – Neumontage, Einbringung, Verlagerung, Demontage oder Umbau im Bestand. Dann weiß der Bieter, welche Phasen er kalkulieren muss.
Warum ein Kostenvoranschlag ohne Begehung keiner ist
Wer einen Kostenvoranschlag für eine Industriemontage ohne Begehung bekommt, hält eine Schätzung mit Briefkopf in der Hand. Die Montage findet in Ihrem Gebäude statt, mit Ihren Türlichten, Deckenlasten, Kranstellflächen und Zutrittsregeln. Keine dieser Größen steht auf dem Foto der Anlage. Ein Bieter, der ohne Begehung eine feste Summe nennt, hat entweder viel Reserve eingerechnet oder viel ausgeschlossen – beides erfahren Sie erst später.
Industriemontage beauftragen: Welche Angaben braucht eine Anfrage?
Eine Anfrage für Industriemontage braucht sechs Angaben: die Anlage mit Typ und Zustand, Gewicht und Abmessungen der schwersten und größten Baugruppe, die Zugänglichkeit vom Lkw bis zum Aufstellort, Termin und Stillstandsfenster, die bauseitigen Leistungen und die Nachweise, die Sie vom Montagebetrieb verlangen.
| Angabe | Was der Bieter wissen muss | Was ohne die Angabe im Angebot fehlt |
|---|---|---|
| Anlage | Typ, Hersteller-Dokumentation vorhanden, Neuanlage oder Bestand, Zerlegungsgrad bei Anlieferung. | Montagefolge, Vormontage, Personalbedarf. |
| Gewicht und Abmessungen | Schwerstes und größtes Teil, Schwerpunkt, Anschlagpunkte, Verpackung. | Hebetechnik, Anschlagmittel, Stapler oder Kran. |
| Zugänglichkeit | Zufahrt, Abladestelle, Tore, Türlichte, Aufzug, Deckenlast, Weg zum Aufstellort. | Einbringweg, Schwerlastrollen, Öffnungen, Bodenschutz. |
| Termin und Stillstandsfenster | Wunschtermin, laufender Betrieb oder Stillstand, Tag, Nacht, Wochenende, Fenster fixiert oder offen. | Einsatztage, Schichtmodell, Rückfallebene. |
| Bauseitige Leistungen | Fundament, Medien, Einspeisung, Entladen, Entsorgung, Hubarbeitsbühne, Kran – wer stellt was. | Nebenleistungen, Ausschlüsse, Schnittstellen. |
| Nachweise | Sicherheitseinweisung, Zutritt, Präqualifikation, Versicherung, Beauftragungen, Gefährdungsbeurteilung. | Wartezeiten, Vorlaufzeit, Teamzusammensetzung. |
Anlage, Gewicht, Abmessungen
Die Anlage zu nennen reicht nicht, wenn der Bieter nicht weiß, in welchen Teilen sie ankommt. Ein Portalkran kommt als Stützen, Kopfstücke, Bahnträger und Brücke; eine Teilewaschanlage als Einheit mit Zubringerwagen und Schiene. Gewicht und Abmessungen des schwersten und größten Teils entscheiden über die Hebetechnik – Stapler, Kettenzug oder Autokran. Wer das Anfrageblatt aus unserem Ratgeber zur Lift-and-Shift-Montage nutzt, hat diese Angaben strukturiert beisammen.
Zugänglichkeit und Einbringweg
Die Zugänglichkeit beschreibt den Weg vom Lkw bis zum Aufstellort: Abladestelle, Tore, Türlichte, Aufzugstragkraft, Deckenlast, Kurven, Bodenbelag. Ein Hallenneubau mit offenen Wandfeldern ist ein anderer Einbringweg als eine Bestandshalle mit Produktion im Nachbarfeld. Was auf einem Einbringtag zu klären ist, beschreibt der Ratgeber zum Ablauf einer Einbringung.
Termin und Stillstandsfenster
Das Stillstandsfenster ist die Angabe, die am häufigsten als „nach Absprache“ offenbleibt – und die das Angebot am stärksten verändert. Montage im laufenden Betrieb heißt Etappen, Absperrung und Rückfallebene je Etappe. Montage im Stillstand heißt freie Halle und ein Fenster, das hält. Nennen Sie, ob das Fenster fixiert ist oder vom Angebot abhängt. Für Montagen in einer Jahresrevision gilt zusätzlich der Ratgeber zur Shutdown-Planung.
Bauseitige Leistungen und Nachweise
Bauseits heißt: Der Auftraggeber stellt es. Fundament, Medien, Einspeisung, Entsorgung, Hubarbeitsbühne, Hallenkran – jede dieser Leistungen ist entweder bauseits, im Angebot oder offen. Offen ist die teuerste Variante. Nachweise sind die letzte Angabe: Wer eine Sicherheitsüberprüfung, eine Präqualifikation oder einen Erlaubnisschein verlangt, sollte das in der Anfrage sagen, nicht in der Bestellung. Für größere Vergaben ist das Leistungsverzeichnis für Montage und Einbringung die Form, in der diese sechs Angaben zu Positionen werden.
Warum gehört die Begehung vor das Angebot?
Die Begehung gehört vor das Angebot, weil sie prüft, was die Anfrage behauptet – Türlichte, Deckenlast, Kranstellfläche, Fundament, Medien, Zutritt – und weil jede Abweichung, die erst am Montagetag auffällt, als Nachtrag oder Wartezeit zurückkommt.
Bei einer Containeranlage für den Werkschutz im Taunus war zunächst nur das Aufstellen der Container gebucht. Vor Ort zeigte sich, was eine bezugsfertige Anlage sonst noch braucht: ein nivellierter Untergrund aus Betonplatten und Blechen, die Krankoordination mit Lkw-Ladekran und Container-Lasthaken mit 12,5 t Tragfähigkeit an den Eckbeschlägen, die Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser, zwei Split-Klimageräte. Weil das Team die Sicherheitsüberprüfung für das Gelände bereits durchlaufen hatte, übernahm es diese Leistungen aus einer Hand. Drei Monteure, rund eine Woche, danach war die Anlage bezugsfertig.
Für Ihre Anfrage heißt das: Was Sie bei der Begehung zeigen, kann der Bieter anbieten. Was Sie nicht zeigen, wird nachgetragen.
Was bei der Begehung geklärt wird
- Einbringweg vom Lkw bis zum Aufstellort mit Maßen, Deckenlast und Bodenschutz.
- Fundament, Untergrund und Verankerung – inklusive Aushärtezeit für Verguss.
- Hebetechnik vor Ort: Hallenkran, Stapler, Kranstellfläche für den Autokran.
- Medien an der Anlage: Druckluft, Wasser, Abwasser, Abluft, Einspeisung bis zum Schaltschrank.
- Zutritt, Sicherheitseinweisung, Erlaubnisscheine, Arbeiten im laufenden Betrieb.
- Schnittstellen zu anderen Gewerken und wer sie koordiniert.
Eine Begehung ist bei uns Teil der Anfrage, nicht der Auftragsabwicklung. Sie endet mit einer schriftlichen Einschätzung, welcher Leistungsbaustein passt und was bauseits bleibt.
Woraus besteht ein belastbares Montageangebot?
Ein belastbares Montageangebot besteht aus acht Blöcken: Leistungsbeschreibung mit Anlagenbezug, Positionen je Phase, Hebetechnik und Hilfsmittel, Nebenleistungen, Ausschlüsse und bauseitige Leistungen, Abrechnungsart, Verantwortliche und Nachweise sowie Abnahme – und jeder Block beantwortet eine Frage, die Sie sonst am Montagetag stellen.
| Block | Frage, die er beantwortet | Warnzeichen |
|---|---|---|
| Leistungsbeschreibung | Welche Anlage, an welchem Ort, nach welcher Begehung? | „Montage laut Anfrage“. |
| Positionen je Phase | Entladen, einbringen, aufstellen, ausrichten, verankern, anschließen, Probelauf? | Eine Position „Montage komplett“. |
| Hebetechnik und Hilfsmittel | Stapler, Kran, Kettenzug, Schwerlastrollen, Arbeitsbühnen – wer stellt sie? | Hebetechnik nicht erwähnt. |
| Nebenleistungen | Anfahrt, Baustelleneinrichtung, Bodenschutz, Entsorgung, Wartezeiten, Nacht und Wochenende? | Nur „inklusive Nebenkosten“. |
| Ausschlüsse und bauseits | Fundament, Medien, Einspeisung, Prüfung – wer macht was? | Keine Schnittstellenliste. |
| Abrechnungsart | Pauschale, Einheitspreise oder Regie – und wofür jeweils? | Alles „nach Aufwand“. |
| Verantwortliche und Nachweise | Montageleiter, verantwortliche Person für Hebearbeiten, Beauftragungen, Versicherung? | Firmenbroschüre statt Namen. |
| Abnahme | Probelauf, Montageprotokoll, Einweisung, Prüfung vor Inbetriebnahme? | Abnahme nicht erwähnt. |
Positionen, Ausschlüsse und Nebenleistungen
Positionen je Phase machen ein Montageangebot lesbar. Bei einer Teilewaschanlage sind das Einbringen und Ausrichten, Zuleitung bis zum Schaltschrank, Druckluft mit Manometern und Absperrventilen, Frisch- und Abwasser, Zu- und Abluft, Inbetriebnahme und Einweisung. Wer diese Positionen sieht, erkennt sofort, ob die Abluft dabei ist. Ausschlüsse sind kein Makel, sondern Information: Ein Angebot, das die Einspeisung als bauseits benennt, ist vollständig. Eines, das sie nicht erwähnt, ist es nicht. Nebenleistungen sind alles, was nicht an der Anlage, sondern um sie herum anfällt – Anfahrt, Bodenschutz, Absperrung, Entsorgung, Wartezeiten durch Zutritt.
Hebetechnik im Angebot
Die Hebetechnik gehört in jedes Montageangebot – auch dann, wenn der Bieter sie nicht selbst stellt. Beim Portalkran in Babenhausen standen Stapler und Arbeitsbühnen im Angebot, bei der Containeranlage der Lkw-Ladekran. Wer einen Autokran braucht, muss Kranstellfläche, Ausladung und Hubplan vorher klären. Was dazu in die Gefährdungsbeurteilung gehört, zeigt der Ratgeber zu RAMS und Gefährdungsbeurteilung für die Montage.
Regie oder Pauschale – ohne Beträge
Regie oder Pauschale ist eine Frage der Planbarkeit, nicht der Verhandlung. Eine Neumontage nach Zeichnung mit begangener Halle lässt sich pauschalieren: Phasen, Hebetechnik und Einsatztage sind bekannt. Ein Umbau im Bestand, bei dem erst beim Zerlegen sichtbar wird, was dahinter sitzt, lässt sich nur mit Aufmaß und Regieanteil ehrlich anbieten. Bei einer Arbeitsplattform in einem Automobilbetrieb in Mannheim wurde die Plattform aus Aluminiumprofilen und Gitterrosten vor Ort an die bestehende Anlage angepasst – mit ausreichendem Abstand zu den Förderbändern, kleinen Spalten und Standfüßen, die die Produktion nicht stören. So eine Anpassung ist vor dem Aufmaß nicht bis zur letzten Schraube pauschalierbar. Ein gutes Angebot sagt deshalb, welcher Teil pauschal ist, welcher nach Aufmaß und welcher in Regie – und wie Regiestunden freigegeben und dokumentiert werden.
Wie vergleichen Sie Montageangebote ohne Preisfalle?
Montageangebote vergleichen Sie in fünf Kriterien, bevor Sie die Summe ansehen: Vollständigkeit des Leistungsumfangs, Sicherheit und Montageplanung, benannte Verantwortliche, Referenzen an vergleichbaren Anlagen und Versicherung – erst wenn alle Bieter in diesen fünf Punkten dieselbe Leistung anbieten, sagt die Summe etwas aus.
Fünf Kriterien vor dem Preis
- Vollständigkeit. Legen Sie die acht Blöcke aus dem vorigen Kapitel neben jedes Angebot. Fehlende Blöcke gehen als Bieterfrage zurück, nicht in die Wertung.
- Sicherheit und Montageplanung. Gefährdungsbeurteilung, Hubplan und Montagefolge gehören zum Angebot oder werden vor Auftrag zugesagt. Ein Bieter, der das erst nach Vergabe erstellt, plant erst nach Vergabe.
- Verantwortliche. Wer ist Montageleiter, wer die verantwortliche Person für Hebearbeiten, wer Ansprechpartner im Störfall? Namen und Erreichbarkeit, nicht Funktionen.
- Referenzen. Eine Referenz zählt, wenn Anlage, Umgebung und Leistungsbaustein vergleichbar sind – ein Kran im Hallenneubau sagt wenig über eine Einbringung im Rechenzentrum.
- Versicherung. Betriebshaftpflicht mit Montagerisiko in passender Deckung, Nachweis als Bestätigung des Versicherers, nicht als Satz im Angebot.
Nachweise, die etwas aussagen
Nachweise sagen nur dann etwas aus, wenn sie zu den Personen passen, die auf Ihre Baustelle kommen. Die Beauftragung für den Kranführer, der tatsächlich fährt, ist mehr wert als ein allgemeines Zertifikat. Prüfnachweise für Hebezeuge und Anschlagmittel verlangt die Technische Regel TRBS 1201 – für Sie heißt das: Lassen Sie sich die Nachweise der Anschlagmittel zeigen, die eingesetzt werden. Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG und Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft gehören zu jeder Vergabe. Welche Nachweise Sie verlangen dürfen und welche nichts sagen, ordnet der Ratgeber zu Nachweisen von Nachunternehmern ein.
Wann das günstigste Angebot das teuerste ist
Das günstigste Angebot ist das teuerste, wenn es die Positionen weglässt, die später ohnehin anfallen: Hebetechnik, Bodenschutz, Wartezeiten durch Zutritt, Wochenendarbeit, Prüfung vor Inbetriebnahme. Diese Positionen verschwinden nicht, sie wechseln nur die Spalte – von „Angebot“ nach „Nachtrag“. Dieselbe Logik für wiederkehrende Leistungen beschreibt der Ratgeber zum Vergleichen von Wartungsangeboten.
Vergabe und Bestellung: Was muss in der Beauftragung stehen?
In die Bestellung einer Industriemontage gehören der Leistungsumfang mit Bezug auf Angebot und Begehung, die Schnittstellenliste, die verantwortliche Person für Hebearbeiten, das Stillstandsfenster, die bauseitigen Leistungen mit Termin, die Abnahme und die Vertragsgrundlage – eine Bestellung, die nur die Angebotsnummer nennt, überlässt alles andere dem Montagetag.
Leistungsumfang und Schnittstellen
Der Leistungsumfang in der Bestellung verweist auf das Angebot und das Begehungsprotokoll – und auf die Bieterfragen, die den Umfang verändert haben. Die Schnittstellenliste nennt je Grenze, wer bis wohin verantwortlich ist: Spedition bis Abladestelle, Montagebetrieb bis Schaltschrank, Elektrofachbetrieb ab Einspeisung, Hersteller für Steuerung und Inbetriebnahme. Beim Austausch von zwei Klapprampen in einem Logistikzentrum in Frankfurt bauten zwei Mechatroniker die neuen Rampen an, schweißten sie an die bestehende Stahlkonstruktion, schlossen Hydraulik und Schaltschränke an und verlegten die Kabel. Die endgültige Einspeisung fehlte noch – das Team arbeitete über einen Stromverteiler, die hauseigene Elektrofirma klemmte später um. Diese Grenze stand vorher fest, deshalb lief es ohne Wartezeit. In Großprojekten mit mehreren Gewerken hilft der Ratgeber zu den Schnittstellen im Großprojekt.
Verantwortliche und Koordination
Arbeiten mehrere Unternehmen am selben Ort, muss der Auftraggeber die Arbeiten abstimmen und einen Koordinator benennen – das verlangt die DGUV Vorschrift 1. Für Sie heißt das: Benennen Sie in der Bestellung, wer bei Ihnen einweist, Erlaubnisscheine ausstellt und freigibt. Der Montagebetrieb benennt im Gegenzug Montageleiter und die verantwortliche Person für Hebearbeiten, die jeden Hub freigibt. Was diese Person entscheidet, beschreibt der Ratgeber zur verantwortlichen Person für Hebearbeiten; wie Sie externe Monteure einweisen und freigeben, der Ratgeber zum Fremdfirmenmanagement.
Abnahme und Vertragsgrundlage
Die Abnahme gehört mit Form und Inhalt in die Bestellung: Probelauf, Funktionsprüfung, Einweisung, Montageprotokoll, Restpunkteliste, Unterschrift. Nach der Betriebssicherheitsverordnung muss ein montiertes Arbeitsmittel, dessen Sicherheit von der Montage abhängt, vor der ersten Verwendung geprüft werden – legen Sie fest, wer diese Prüfung organisiert und wann. Wie Übergabe und Abnahme sauber laufen, zeigt der Ratgeber zu Inbetriebnahme und Übergabe. Als Vertragsgrundlage nennen Sie VOB/B oder BGB-Werkvertrag und regeln Bedenkenanzeige, Nachtragsverfahren und Gewährleistung – dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung, aber er sagt Ihnen, was geregelt sein sollte. Ob Werkvertrag, Dienstleistung oder Arbeitnehmerüberlassung zu Ihrer Baustelle passt, erklärt der Ratgeber zu externen Industriemonteuren.
Wie Sie wiederkehrende Industriemontage beauftragen: Rahmenvertrag oder Einzelauftrag?
Wiederkehrende Industriemontage beauftragen Sie über einen Rahmenvertrag mit Abrufaufträgen, wenn Anlagen, Umgebung und Nachweise gleich bleiben und nur Anlass und Termin wechseln; ein Einzelauftrag passt, wenn jede Montage eine eigene Begehung, eigene Hebetechnik und eigene Schnittstellen braucht.
Wann der Rahmenvertrag passt
Ein Rahmenvertrag lohnt sich, wenn Sie denselben Montagebetrieb mehrfach im Jahr rufen: Serienmontage an vielen Toren, wiederkehrende Umbauten in Stillstandsfenstern, Instandsetzung mit Hebetechnik. Er regelt einmal, was sonst in jeder Bestellung steht – Nachweise, Einweisung, Zutritt, Verantwortliche, Abrechnungsart, Reaktion im Störfall. Jeder Abrufauftrag nennt dann nur Anlass, Anlage und Fenster. Wie ein solcher Vertrag für die Instandhaltung aufgebaut ist, beschreibt der Ratgeber zum Wartungsvertrag.
Wann der Einzelauftrag passt
Der Einzelauftrag passt, wenn die Montage einmalig ist oder jede Montage anders: eine Einbringung mit Autokran, ein Maschinenumzug zwischen zwei Standorten, eine Krananlage im Neubau. Hier trägt der Rahmen nichts, weil Begehung, Hebetechnik und Schnittstellen ohnehin je Projekt geklärt werden. Was ein Umzug an Vorbereitung braucht, zeigt der Ratgeber zum Maschinenumzug durch eine Firma.
Mischform: Rahmen für die Organisation, Einzelangebot für die Leistung
In der Praxis bewährt sich oft die Mischform: Der Rahmen regelt Nachweise, Einweisung, Erreichbarkeit und Abrechnungsart, jede Montage bekommt trotzdem Begehung und Einzelangebot. So bleibt die Organisation stabil und der Leistungsumfang ehrlich.
Welche Fehler passieren beim Beauftragen am häufigsten?
Die häufigsten Fehler beim Beauftragen einer Industriemontage sind Anfragen per Foto ohne Maße, nicht fixierte Stillstandsfenster, unklare bauseitige Leistungen, Angebote ohne Begehung, offene Elektro-Schnittstellen und zu spät geklärte Zutritte – und jeder davon kommt als Nachtrag, Wartezeit oder zweiter Einsatztag zurück.
- Foto statt Maße. Ein Foto zeigt die Anlage, nicht ihr Gewicht, ihren Schwerpunkt und die Türlichte auf dem Weg. Folge: falsche Hebetechnik, zweiter Einsatztag.
- Stillstandsfenster „nach Absprache“. Ohne fixiertes Fenster kalkuliert jeder Bieter ein anderes Schichtmodell. Folge: Angebote sind nicht vergleichbar, das Fenster wird am Ende zu kurz.
- Bauseits unklar. Fundament, Medien, Einspeisung, Entsorgung – nicht zugeordnet. Folge: Anlage steht, läuft aber nicht.
- Angebot ohne Begehung. Die Schätzung mit Briefkopf. Folge: Nachträge für alles, was die Halle anders macht als das Foto.
- Elektro-Schnittstelle offen. Niemand hat festgelegt, bis wohin der Montagebetrieb anschließt und ab wo die Elektrofachkraft übernimmt. Folge: Anlage wartet auf den Elektriker, Monteure warten mit.
- Zutritt und Nachweise zu spät. Sicherheitseinweisung, Werksausweis, Präqualifikation erst am Montagetag angefordert. Folge: Monteure vor dem Tor, Fenster verstrichen.
Die Gegenmaßnahme ist in allen sechs Fällen dieselbe: vollständige Anfrage, Begehung und eine Bestellung, die Schnittstellen und Abnahme nennt.
So läuft die Beauftragung bei uns im Rhein-Main-Gebiet
Industriemontage im Rhein-Main-Gebiet zu beauftragen heißt bei uns: Anfrage mit den sechs Angaben, Begehung in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Darmstadt oder Aschaffenburg mit kurzem Vorlauf, schriftliche Einschätzung, dann das Angebot mit den acht Blöcken – und ein Ansprechpartner von der Anfrage bis zur Abnahme.
Als Montagebetrieb Rhein-Main mit Sitz in Rodgau sind die Wege kurz. Eine Begehung in Babenhausen, Dietzenbach oder Rüsselsheim ist ein Vormittag, kein Reisetag. Das verändert das Angebot: Wir bieten an, was wir gesehen haben, und schreiben, was bauseits zu klären ist. Wer einen Partner für Industriemontage sucht, der im Störfall auch kommt, findet im Ratgeber zum Montagebetrieb im Rhein-Main-Gebiet, was Nähe im Alltag bedeutet.
Was wir im Angebot immer benennen: Hebetechnik und wer sie stellt, Verguss und Aushärtezeiten, Medien bis zum Schaltschrank, die Grenze zur Elektrofachkraft, Bodenschutz und Absperrung, die verantwortliche Person für Hebearbeiten, Nachweise und die Form der Abnahme. Wo wir nicht zuständig sind, steht es im Angebot: Konstruktion und Steuerungslogik beim Hersteller, Einspeisung und elektrische Prüfung beim Elektrofachbetrieb, Transport auf der Straße beim Spediteur.
So machen wir das in der Praxis
Vier Einsätze aus unserem Auftragstagebuch zeigen, wie Anfrage, Angebot und Bestellung über den Montagetag entscheiden – und was passiert, wenn eine Angabe vorher geklärt war oder fehlte.
Taunus: Vom Aufstellen zur bezugsfertigen Containeranlage
Bei der Montage einer Containeranlage für den Werkschutz im Taunus nördlich von Frankfurt war zunächst nur das Aufstellen gebucht. Drei Monteure nivellierten den Untergrund aus Betonplatten und Blechen, hoben die Container mit dem Lkw-Ladekran an den Eckbeschlägen direkt vom Fahrzeug und verschraubten sie zu einer Einheit. Dazu kamen Strom- und Sanitäranschluss, die frostsichere Frischwasserleitung mit Begleitheizung im Graben, das Abwasser im Sandbett und zwei Split-Klimageräte. Nach rund einer Woche war die Anlage bezugsfertig.
Für Ihre Vergabe heißt das: Wo der Zutritt die Zahl der Dienstleister begrenzt, sollte die Anfrage den ganzen Leistungsumfang nennen – nicht nur den Hub. Was beim Aufstellen von Containern zu planen ist, steht im Ratgeber zum Aufstellen einer Containeranlage.
Frankfurt: Zwei Klapprampen an einem Tag im laufenden Betrieb
Beim Austausch von zwei Klapprampen in einem Logistikzentrum in Frankfurt ersetzten zwei Mechatroniker an einem Einsatztag zwei handbetriebene Rampen durch elektrohydraulische. Die alten Rampen wurden mit dem Trennschleifer vom Stahlgerüst getrennt, die neuen mit dem Stapler an der Verladekante positioniert, im MAG-Verfahren an die bestehende Stahlkonstruktion geschweißt, die Stützfüße ausgerichtet und verschweißt. Dann Mechanik, Hydraulik, Hydraulikschaltschrank, zwei Schaltschränke im Gebäude, Kabelwege. Die endgültige Einspeisung übernahm später die hauseigene Elektrofirma. Das Logistikzentrum lief währenddessen weiter.
Für Ihr Angebot heißt das: Schweißen, Hydraulik und Elektrik in einem Angebot bedeuten ein Team und einen Tag – drei Angebote bedeuten drei Termine.
Babenhausen: Zwei Einsatztage, weil der Verguss aushärten muss
Bei der Montage eines Portalkrans in Babenhausen stand im Angebot, warum es zwei Tage sind: Am ersten Tag bauten zwei Monteure das Portal auf, vermaßen es per Laser in Höhe und Diagonalmaß und vergossen die Fußplatten – Aushärten über Nacht. Am zweiten Tag wurde die 2-t-Einträgerbrücke mit Elektrokettenzug, Fahrwerken und Kabelführung am Boden vormontiert, mit dem Stapler auf die Portalbahn gehoben und mit Stromschiene, Vor- und Endabschaltung fertiggestellt. Stapler und Arbeitsbühnen standen als Hilfsmittel im Angebot.
Für Ihren Angebotsvergleich heißt das: Ein Bieter, der die Kranmontage an einem Tag anbietet, hat entweder den Verguss weggelassen oder die Aushärtezeit. Was beim Ausrichten und Verankern zählt, steht im Ratgeber zum Ausrichten und Verankern von Maschinen.
Kassel: Alle Medien im Angebot, erste Teile am Montagetag
Bei der Montage einer Teilewaschanlage in einem Kfz-Betrieb in Kassel enthielt das Angebot alles, was die Anlage zum Laufen braucht: Einbringen und Ausrichten samt Zubringerwagen und Schiene, Zuleitung bis zum Schaltschrank, Druckluft mit Manometern und Absperrventilen, Frisch- und Abwasser, Zu- und Abluft als vor Ort geschweißtes Edelstahl-Rohrsystem, gemeinsame Inbetriebnahme und Einweisung. Zwei Mechatroniker, ein Einsatztag, die ersten Teile wurden noch am selben Tag gewaschen.
Für Ihre Anfrage heißt das: Nennen Sie die Medien an der Anlage als Positionen. Dann steht im Angebot, wer sie anschließt – und die Anlage läuft am Montagetag, nicht in der Woche danach.
Steht bei Ihnen eine Vergabe an? Dann bringen Sie uns die sechs Angaben mit
Dann sprechen Sie uns an. Schicken Sie uns Anlage, Gewicht und Abmessungen, Zugänglichkeit, Fenster, bauseitige Leistungen und die Nachweise, die Sie brauchen – oder was davon vorliegt. Bei einer Begehung in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Aschaffenburg oder anderswo im Rhein-Main-Gebiet gehen wir den Rest mit Ihnen ab und sagen Ihnen ehrlich, was in unser Angebot gehört und was ein anderes Gewerk braucht.
Was das für Ihre Rolle bedeutet
Für Einkäufer: Schicken Sie allen Bietern dieselben sechs Angaben und denselben Begehungstermin – dann beantworten alle dieselbe Frage. Bewerten Sie zuerst Vollständigkeit, Sicherheit, Verantwortliche, Referenzen und Versicherung, erst dann die Summe. Fehlende Blöcke gehen als Bieterfrage zurück, nicht in die Wertung.
Für Planer: Liefern Sie die Angaben, die der Montagebetrieb aus Ihren Unterlagen braucht: Türlichte und Deckenlast auf dem Einbringweg, Fundament mit Aushärtezeit, Kranstellfläche, Medien an der Anlage und den Zeitpunkt im Bauablauf, an dem Wandfelder noch offen sind. Was Sie heute in die Ausschreibung schreiben, muss später niemand nachtragen.
Für Projektleiter und Bauleiter: Als Projektleiter halten Sie Begehung, Bieterfragen, Vergabe und Fenster im Terminplan und legen die Prüfung vor Inbetriebnahme auf einen Termin. Als Bauleiter weisen Sie ein, benennen den Koordinator, stellen Erlaubnisscheine aus und geben Freischaltung und Probelauf frei – mit den Namen aus der Bestellung.
Für Instandhaltungsleiter: Für Sie ist die Beauftragung oft wiederkehrend: Baugruppentausch im Fenster, Umbau in der Revision, Instandsetzung mit Hebetechnik. Ein Rahmen für Nachweise, Einweisung und Erreichbarkeit spart bei jedem Abruf Zeit – das Einzelangebot je Montage bleibt trotzdem die Grundlage.
Für Betriebs- und Werksleiter: Das Stillstandsfenster ist Ihre Angabe. Geben Sie es fixiert in die Anfrage, nicht „nach Absprache“ – dann kalkulieren alle Bieter dasselbe Schichtmodell, und das Fenster hält. Verlangen Sie eine Rückfallebene je Etappe, wenn neben der Montage produziert wird.
Für Hersteller und Anlagenbauer, die einen Montagepartner suchen: Klären Sie vor dem ersten Projekt, wer Einbringung, mechanische Montage, Anschluss bis zum Schaltschrank und Inbetriebnahme übernimmt. Ein Rahmen für Nachweise, Dokumentation und Ansprechpartner trägt dann über viele Standorte.
Anfrage-Checkliste Industriemontage: Checkliste zum Anfordern
Die Anfrage- und Angebots-Checkliste Industriemontage ist eine zweiseitige Arbeitshilfe. Teil A „Anfrage vollständig“ führt die sechs Angaben – Anlage, Gewicht und Abmessungen, Zugänglichkeit, Termin und Stillstandsfenster, bauseitige Leistungen, Nachweise – mit Unterpunkten zum Abhaken. Teil B „Angebot prüfen“ stellt die acht Angebotsblöcke als Zeilen bis zu drei Bietern als Spalten gegenüber, mit dem Feld „enthalten, unklar, fehlt“ je Zelle. Preisfelder, Beträge und Herstellerangaben enthält sie bewusst nicht. Fordern Sie die Industriemontage Checkliste über unser Kontaktformular an – Stichwort „Anfrage-Checkliste Industriemontage“.
Warum Omega Mounting?
Wir sitzen in Rodgau bei Frankfurt, sind über unsere 24-Stunden-Hotline erreichbar und haben eine eigene Werkstatt für Halter, Rahmen und Teile, die eine Montage sonst aufhalten. Die verlinkten Einsätze zeigen, wie wir anbieten: eine Containeranlage im Taunus, bei der aus dem Aufstellen eine bezugsfertige Anlage wurde, zwei Klapprampen in Frankfurt an einem Tag mit klarer Elektro-Grenze, ein Portalkran in Babenhausen mit Verguss über Nacht im Angebot, eine Teilewaschanlage in Kassel mit allen Medien bis zum ersten gewaschenen Teil. Für Sie heißt das: ein Ansprechpartner von der Anfrage über Begehung und Angebot bis zur Abnahme, Montage, Hebetechnik und Anlagenelektrik aus einer Hand, eine klare Aussage, was bauseits bleibt – und kurze Wege im Rhein-Main-Gebiet.
Fazit
Industriemontage beauftragen heißt, die Arbeit vor den Montagetag zu legen: sechs Angaben in der Anfrage, eine Begehung vor dem Angebot, acht Blöcke im Angebot, fünf Kriterien vor dem Preis und eine Bestellung, die Schnittstellen, Verantwortliche und Abnahme nennt. Regie oder Pauschale entscheidet die Planbarkeit, nicht die Verhandlung. Die häufigsten Fehler – Foto ohne Maße, offenes Fenster, unklares Bauseits – sind alle vor der Vergabe zu vermeiden und nach der Vergabe nur noch zu bezahlen. Wenn Sie ein Angebot brauchen, das am Montagetag noch stimmt, schicken Sie uns die sechs Angaben zu Ihrer Anlage – wir melden uns mit einem Begehungstermin und einer ehrlichen Einschätzung.
Sie planen Wartung, Einbringung oder Montage im Rhein-Main-Gebiet?
Erzählen Sie uns kurz, worum es geht – wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung zurück.
100 % unverbindlich & kostenfrei
Diese Ratgeber könnten Sie auch interessieren
Über den Autor
Tobias Schott
Geschäftsführer Omega Mounting GmbH, Rodgau · über 20 Jahre Praxis in Montage und Instandhaltung
Gelernter Mechatroniker und seit 2004 in Wartung, Instandhaltung und Industriemontage zu Hause – zuerst an der Seite seines Vaters, seit 2012 mit Omega Mounting: von der Elektrohängebahn in Frankfurt bis zur Krananlage im Hallenneubau. Plant und leitet als Lifting Appointed Person Hebearbeiten in Rechenzentren und auf Industriebaustellen im Rhein-Main-Gebiet, ist Ausbilder und Prüfer für Krane, Hubarbeitsbühnen und Teleskopmaschinen sowie Sicherheitsbeauftragter. Bei Einsätzen im Ausland kennt man ihn als „German Troubleshooter“ – der, den man ruft, wenn es auf der Baustelle klemmt. Was Qualität heißt, hat er nicht aus einem Handbuch, sondern von seinem Vater gelernt: Made in Germany als Anspruch an die eigene Arbeit, nicht als Etikett. Deshalb steht sie bei Omega Mounting an erster Stelle – vor Tempo und vor Preis. Die Ratgeber hier schreibt er aus dieser Praxis: Was auf unseren Baustellen funktioniert, steht drin – was nur in der Norm steht, nicht.
Häufig gestellte Fragen
Sechs Angaben: die Anlage mit Typ, Zustand und Zerlegungsgrad bei Anlieferung, Gewicht und Abmessungen des schwersten und größten Teils, die Zugänglichkeit vom Lkw bis zum Aufstellort, Termin und Stillstandsfenster, die bauseitigen Leistungen und die Nachweise, die Sie vom Montagebetrieb verlangen. Mit diesen Angaben kann ein Bieter ein Angebot abgeben; ohne sie nur eine Schätzung. Ein Foto ersetzt keine der sechs Angaben.
Der Aufwand setzt sich aus Personal und Einsatztagen, Hebetechnik und Hilfsmitteln, Vormontage, Baustelleneinrichtung, Wartezeiten durch Zutritt und Freigaben, Arbeiten außerhalb der Regelarbeitszeit und den bauseitigen Leistungen zusammen, die Ihr Betrieb selbst übernimmt oder nicht. Eine Zahl ohne Begehung ist deshalb keine Aussage. Vergleichen Sie Angebote zuerst in Vollständigkeit, Sicherheit, Verantwortlichen, Referenzen und Versicherung – dann sagt die Summe etwas aus.
Das hängt von der Planbarkeit ab. Eine Neumontage nach Zeichnung in einer begangenen Halle lässt sich pauschalieren, weil Phasen, Hebetechnik und Einsatztage bekannt sind. Eine Anpassung im Bestand, bei der erst beim Zerlegen sichtbar wird, was dahinter sitzt, lässt sich nur mit Aufmaß und Regieanteil ehrlich anbieten. Ein gutes Angebot sagt, welcher Teil pauschal ist und wie Regiestunden freigegeben und dokumentiert werden.
Ja, wenn das Angebot am Montagetag noch stimmen soll. Die Begehung prüft Türlichte, Deckenlast, Kranstellfläche, Fundament, Medien und Zutritt – alles, was auf dem Foto der Anlage nicht steht. Bei einer Containeranlage im Taunus wurde aus dem gebuchten Aufstellen erst vor Ort eine bezugsfertige Anlage mit Untergrund, Anschlüssen und Klimageräten. Was der Bieter sieht, kann er anbieten; was er nicht sieht, wird nachgetragen.
Sie dürfen Beauftragungen für Kranführer und Anschläger, Prüfnachweise für Hebezeuge und Anschlagmittel, Gefährdungsbeurteilung und Hubplan für Ihre Baustelle, Betriebshaftpflicht mit Montagerisiko, Freistellungsbescheinigung und Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft verlangen. Nachweise sagen nur dann etwas aus, wenn sie zu den Personen passen, die tatsächlich kommen. Fordern Sie sie in der Anfrage an, nicht am Montagetag.
Der Leistungsumfang mit Bezug auf Angebot, Begehungsprotokoll und Bieterfragen, die Schnittstellenliste je Gewerk, das fixierte Stillstandsfenster, die bauseitigen Leistungen mit Termin, die Namen von Montageleiter, verantwortlicher Person für Hebearbeiten und Ihrem Koordinator, die Form der Abnahme und die Vertragsgrundlage. Eine Bestellung, die nur die Angebotsnummer nennt, überlässt den Rest dem Montagetag.
Der Auftraggeber koordiniert die Arbeiten mehrerer Unternehmen und benennt einen Koordinator; der Montagebetrieb bringt Gefährdungsbeurteilung, Hubplan, beauftragtes Personal und geprüfte Anschlagmittel mit. Vor der ersten Verwendung wird ein montiertes Arbeitsmittel geprüft, dessen Sicherheit von der Montage abhängt – wer das organisiert, gehört in die Bestellung. Arbeiten an der Gebäudeelektrik übernimmt nur die Elektrofachkraft.
Ja, Anfrage, Begehung, Angebot und Bestellung laufen in jeder Branche gleich. Es ändern sich die Randbedingungen, die in die Anfrage gehören: Bodenschutz, Zutrittsliste und Begleitpflicht im Rechenzentrum, Arbeiten im laufenden Betrieb und Fenster an den Toren in der Logistik, Hygiene und Werkzeugkontrolle im Lebensmittelbetrieb, Sicherheitsbereiche am Flughafen. Wer diese Bedingungen in die sechs Angaben aufnimmt, bekommt Angebote, die sie enthalten.
Über eine kurze Anfrage mit drei Angaben: Anlage mit Gewicht und Abmessungen, Standort mit Zugänglichkeit und Wunschtermin oder Stillstandsfenster. Wir vereinbaren eine Begehung in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Darmstadt, Aschaffenburg oder bei Ihnen vor Ort, gehen Einbringweg, Fundament, Medien und Schnittstellen mit Ihnen ab und schicken Ihnen eine schriftliche Einschätzung und ein Angebot mit allen acht Blöcken. Ansprechpartner ist Tobias Schott – erreichbar über unser Kontaktformular.